“Ich hatte einen Solovertrag bei der EMI, aber die wollten mich nicht mehr haben“, berichtet Klaus „Major“ Heuser. Schließlich habe die Firma den Vertrag mit ihm gelöst. Doch statt Verbitterung erlebte der Musiker, dessen Songs, Produktionen und Arrangements den BAP-Sound entscheidend prägten, diesen Schritt als Befreiung.
„Für mich und die Arbeit am Album war das ein Vorteil, denn nun kam keiner mehr ins Studio, fragte nach der Single und kritisierte die Länge der Songs oder die Anzahl der verwendeten Gitarren“, erzählt Heuser. Er fügt hinzu: „Ich habe einfach die Platte gemacht, die ich mir gern kaufen würde.“
Im Jahr 1999 hatte er seine alte Band im Unfrieden verlassen, und danach unter anderem die Gruppe Brings produziert. Ganz bewusst ließ er für sein Solodebüt eine gewisse Zeit verstreichen, damit nicht alles, was er veröffentlichte, sofort in Verbindung mit BAP gesetzt würde.
Hartnäckige Sängerin
Dass es überhaupt zum Album kam, liegt vor allem an zwei Frauen, gibt Heuser zu: „Ich war mit meiner Frau auf einem Konzert von Eric Clapton, und danach sagte sie mir, wie schade es doch sei, dass ich nicht mehr live spiele. Denn das hätte ihr immer am besten gefallen. Und dem konnte ich nur zustimmen.“
Für Live-Aktivitäten wollte Heuser jedoch neues Material. In dieser Situation traf er im Sommer 2003 die zweite entscheidende Frau, die Berliner Fremdsprachenkorrespondentin Suzan Werth. Heuser hatte zuvor ein Demo ihrer Band abgelehnt, nun stand die Sängerin vor seiner Tür und wollte wissen, warum.
Im Alleingang
Daraus ergab sich eine Zusammenarbeit, die zum gemeinsamen Album „Major & Suzan“ führte. Musikalisch bieten die zwölf neuen Songs Pop/Rock-Expeditionen im weitesten Sinne, wobei die Raffinesse der Kompositionen und die vielschichtigen Arrangements, in denen auch mal ein mehrminütiges Keyboard-Solo Platz findet, stets die „Major“-Handschrift erkennen lassen.
Und auch das letzte Problem, die Vermarktung der CD, löste sich beinahe von alleine: Stephan Kriegeskorte, ein ehemaliger BAP-Musiker, stellte Heuser sein Label The Record Company (TRC) zur Verfügung und vermittelte den Kontakt zum Alive-Vertrieb sowie zur Promotionagentur Another Dimension. „Aber im Grunde mache ich nun alles alleine – als meine eigene Ich-AG“, scherzt der Musiker. „Und diese Arbeit – auch einmal die andere Seite des Schreibtisches kennenzulernen – macht viel Spaß.“


