Musik

Zurückhaltende Zufriendenheit: Jahresbericht 2000 der SUISA

Die Schweizerische Urheberrechtsgesellschaft Suisa zieht in ihrem Jahresbericht eine insgesamt positive Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres. Sorgen bereiten ihr die zunehmende Schwächung der Urheber.

“Die SUISA kann angesichts der schon seit Jahren festzustellenden Sättigung des Musikmarkts insgesamt auf ein zufriedenstellendes Jahr zurückblicken“, schreibt die Schweizerische Urheberrechtsgesellschaft in ihrem Jahresbericht 2000. Alleine auf die Zahlen bezogen, stimmt dies zweifellos. Die Einnahmen aus dem Ausland fielen zwar um 14,7 Prozent, was jedoch mit 6,3 Prozent mehr Einnahmen aus dem Inland kompensiert wurde. Die Gesamteinnahmen stiegen um 3,6 Prozent auf 136,643 Millionen Franken. Da der Aufwand weniger stark als der Ertrag auf 29,703 Millionen Franken zunahm, stieg die zur Verteilung kommende Summe um 4,5 Prozent auf 108,658 Millionen Franken. Die oft kritisierte Höhe des Verwaltungsaufwandes sank leicht von 22,2 auf 21,7 Prozent der Einkünfte.

Bemerkenswert auf der Einnahmeseite ist, dass die Verwendung geschützter Werke für die Klingeltöne von Mobiltelefonen über eine halbe Million Franken eingebracht hat. Bedeutender allerdings ist, dass mit der Schweizerischen Rundfunkgesellschaft SRG nach langwierigen Verhandlungen endlich eine Einigung erzielt wurde – die SRG zahlt künftig jährlich 17 Millionen Franken für das Radio und neun Millionen Franken für das Fernsehen; dies entspricht einer Zunahme von einer Million Franken gegenüber dem seit 1995 stagnierenden Stand.

Dass die SUISA sich trotz des guten Ergebnisses nicht zufrieden zurücklehnen kann, hat vor allem mit den Folgen des Internets zu tun. Im Vorwort des Jahresberichtes zeigten sich Generaldirektor Alfred Meyer und Vorstandspräsident Hans Ulrich Lehmann besorgt über die Schwächung der Urheber und führten aus: „Die meisten Regierungen und Gesetzgeber betonen, der Schutz der Urheber und Urheberrechtsinhaber müsse im Zeitalter der Informationsgesellschaft verstärkt werden.“ Sie beklagten jedoch, dass sich „viele solcher Beteuerungen als Lippenbekenntnisse erweisen“, wenn es um die Umsetzung in Gesetze gehe.

Auch in der Schweiz seien im Vorfeld der Urheberrechtsrevision mehrere schriftliche Anträge ans Parlament eingereicht worden, „die nur ein Ziel kennen: den Schutz der Urheber zu schwächen“. Da die Urheber die ökonomisch und politisch schwächere Partei sei, will die SUISA die Zusammenarbeit mit den anderen vier schweizerischen Verwertungsgesellschaften verstärken und mit verschiedenen Aktivitäten die Öffentlichkeit für diese Probleme sensibilisieren.

Dies hat sich bereits 2000 bewährt. Erstmals in ihrer Geschichte hatten ProLitteris, SSA, SUISA, SUISSIMAGE und SWISSPERFORM eine landesweite Plakatkampagne durchgeführt. Eine von der SUISA in Auftrag gegebene Studie ergab zudem, dass die Eidgenossen deutlich besser Bescheid über die Arbeit der SUISA wissen als erwartet. Ende 2000 zählte die SUISA 17.034 Mitglieder und Auftraggeber und verwaltete rund acht Millionen Musikstücke sowie 185.000 audiovisuelle Werke.