Musik

World Nature Festival feiert Premiere in Eichenried

Drei Tage Musik für einen grünen Planeten

“Das World Nature Festival ist keine Spinnerei von ‚Ökofuzzis‘ mit Birkenstock-Sandalen“, schmunzelt Kromeich, „sondern ein ernsthaftes Projekt, das neben dem musikalischen Spaß vor Ort auch Umweltschutzthemen ansprechen und mit Infoständen und Workshops erlebbar machen wird“. Die Schirmherrschaft für das Festival, das vom 15. bis 17. August in Eichenried bei München über die Bühne geht, haben Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, Bürgermeister Hep Monatzeder und Rudolph Ways, Bürgermeister der gastgebenden Gemeinde Moosinning, übernommen. Als Headliner sind bislang unter anderem Uriah Heep, Ray Wilson, Dare, Erin Perry Band und Survivor bekannt. „Wer die großen Namen sucht, braucht sich nicht sorgen. Ein paar Überraschungen werden wir erst später bekannt geben, denn es soll nicht sein, dass die Besucher ausschließlich wegen ihrer Lieblingsband nach Eichenried kommen, sondern auch aufgrund des Naturschutzgedankens“, beschreibt Kromeich seine für die Veranstalterbranche eher ungewöhnliche Vorgehensweise. Das Line-Up soll aber im Großen und Ganzen bis Ende April veröffentlicht werden.

Schon jetzt bekannt ist dafür der Eintrittspreis, der bei 75 Euro liegt, für Kinder soll es eine Ermäßigung geben. Kromeich, neben seiner Tätigkeit bei Ifandor auch im Vorstand der David-McTaggart-Foundation tätig, will mit dem Reinerlös des Festivals den David McTaggart Award, den „Weltnaturpreis“ finanzieren, der vor Ort in insgesamt sieben Kategorien an ehrenamtliche Aktivisten verliehen werden soll. Namensgeber des Preises ist David McTaggart, Gründer von Greenpeace und überzeugter Umweltaktivist. Ray Wilson, ehemaliger Sänger der Formationen Stiltskin und Genesis, ist jedenfalls von dem Projekt so angetan, dass er den Nettoerlös des Songs „Change“ – seit 17. März bei InsideOut im Vertrieb von SPV erhältlich – dem Festival spendierte und dort auch auftritt. Zur Organisation des Festivals gründete Kromeich ein neunköpfiges Komitee; die Produktionsleitung übernimmt Lothar Strunk, der bislang unter anderem für Produktionen von Marius Müller-Westernhagen, Herbert Grönemeyer, a-ha und den Scorpions verantwortlich zeichnete. Auf die Frage, aus welcher Motivation heraus er das Festival organisieren will, meint Kromeich: „Die Arbeit an dem Projekt ist zum einen mein Dank an Gott für die Karriere, die ich machen durfte und zum anderen Resultat aus der Begegnung mit David McTaggart.“ Mit McTaggart wurde 1996 in einem Gespräch die Idee für ein Weltnaturfestival mit einem zugehörigen Award geboren. „McTaggart meinte damals, dass die Zeit des Umwelt-Aktionismus à la Greepeace vorbei, und ein Weg gefragt sei, der eine gute Absicht mit Entertainment und Spaß verbindet“, erinnert sich Kromeich.

In den eigenen Worten des Ifandor-Chefs klingt das dann so: „Wir feiern, bis dieser Planet wieder heil ist.“ Nach dem Tod von McTaggart im Jahr 2001 gründete Kromeich die McTaggart-Foundation, die sich als finanzieller Förderer und Initiator von Naturschutzprojekten sieht. Die Festival-Idee kam nach Aussagen von Kromeich auch in der Branche gut an: „Es gibt keinen Neid, sondern eher Freude“. Kromeich hat als Zielgruppe auf den ersten Blick ein eher älteres Publikum im Auge, „so genannte Opinionleader“, die in den siebziger und achtziger Jahren die großen Festivals miterlebt haben und jetzt mit ihren Kindern zurückkehren“. Denn es gibt laut Kromeich nur ein geeignetes Publikum für dieses Festival: Eines, das die Idee „Die kleinste gemeinsame gesunde Zelle der Natur ist die ganze Familie“ lebt.