Musik

Wolfgang Orthmayr zum WOM-Ergebnis nach Karstadt-Bilanz: WOM muss im laufenden Jahr Kosten senken

Die Bilanz der KarstadtQuelle AG weist für die zu 95 Prozent zum Konzern gehörende WOM World of Music Produktions- und Verlags GmbH ein Minus aus. WOM-Geschäftsführer Wolfgang Orthmayr erläutert diese Zahlen.

“Es war kein gutes Jahr“, räumt Wolfgang Orthmayr im Gespräch mit musikwoche.de ein. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte WOM laut Karstadt-Bilanz ein flächenbereinigtes Umsatzminus von 2,3 Prozent und ein Minus von 2,3 Millionen Euro – umgerechnet 4,5 Millionen Mark – beim Ergebnis. „Auch ein flächenbereinigt geringes Umsatzminus tut weh, weil schließlich beim Deckungsbeitrag auch etwa dieser Prozentsatz fehlt“, erklärt Orthmayr. Vor allem die Anlaufkosten für den Internet-Shop wom.de hatten laut Orthmayr maßgeblichen Einfluss auf das Ergebnis. Zudem könne eine Fachhandelsgruppe wie WOM nicht so schnell die Kosten den Einnahmen anpassen.

Dennoch schlägt sich das Ergebnis bei der Zahl der WOM-Mitarbeiter nieder: Nach neun Entlassungen in der Kieler Zentrale, darunter Einkaufsleiter Tom Dreyer (musikwoche.de Heft 20), müssen auch die WOM-Filialen bei den Personalkosten sparen: Da derzeit noch Verhandlungen laufen, will sich Orthmayr nicht konkret äußern, allerdings soll die Zahl der Angestellten im bereits früher genannten Rahmen von rund zehn Prozent aller Mitarbeiter, inklusive der Mitarbeiter der WOM Franchise GmbH, bewegen.

Im März hatte Orthmayr gegenüber musikwoche.de die Bruttoumsätze im Geschäftsjahr 2000 mit 185 Millionen Mark beziffert (musikwoche.de Heft 13). In der Karstadt-Bilanz schlagen die WOM-Umsätze nun mit 59,5 Millionen Euro – umgerechnet gut 116 Millionen Mark – zu Buche. Die Differenz zwischen dem im März angekündigten Wert von 185 Millionen ergebe sich laut Orthmayr dadurch, dass Karstadt nur die Filialen der WOM Produktions- und Verlagsgesellschaft in der Bilanz führe und nicht die der WOM Franchise GmbH. Diese Filialen waren aufgrund kartellrechtlicher Bestimmungen aus der WOM-Gruppe ausgegliedert worden. Zudem handle es sich bei den Karstadt-Zahlen um Nettoumsätze, bei den im März genannten 185 Millionen Mark dagegen um Bruttoumsätze, in die zudem die Zahlen der WOM Franchise GmbH einflossen.

In einem Ausblick auf das laufende Jahr zeigt sich Orthmayr wenig optimistisch: „In diesem Jahr kann es im Tonträgerhandel keinen Turn-Around geben, das miese Niveau kann bestenfalls gehalten werden.‘