“Wacken beruht auf einer Kneipenidee“, erklärt Holger Hübner, zusammen mit Thomas Jenzen und Sheree Hesse Initiator des Festivals, im Gespräch mit musikwoche.de. Aus dem Gedanken heraus, ein eigenes Festival auf die Beine zu stellen, erwuchs das Konzept zum Wacken Open Air. Es ist benannt nach einem kleinen Ort bei Hamburg und zieht mittlerweile jährlich rund 30.000 Besucher aus aller Welt an. Eine beständige Steigerung, die in diesem Jahr erstmals ihre natürliche Grenze erreicht: Um allen Festivalbesuchern optimale Bedingungen zu bieten, beschlossen die Veranstalter, die Ticketzahl auf 27.500 Stück zu limitieren – in Deutschland ein einzigartiger Schritt. Auf internationaler Ebene wurde er vom Roskilde Festival vorgemacht, das vor einigen Jahren eine ähnliche Begrenzung einführte.
Das Merchandising für das Wacken Open Air, zu dem beispielsweise T-Shirts und Kaffeebecher gehören, teilen sich Hübners Firma International Concert Service (ICS) und der Merchandiser EMP. Für die Tonträger ist seit 1999 SPV Partner des Open-Airs: Die Plattenfirma veröffentlichte bislang die Compilations „Best Of Wacken“ (1999), „The Dark Side Of Wacken“ 2000) und „Wacken Rocks“ (2001). In diesem Jahr soll im Juli eine DVD mit dem Titel „Metal Overdrive“ erscheinen. Größter Medienpartner des Festivals ist die Zeitschrift „Rockhard“, die Jahr für Jahr mit massiver Vor- und Nachberichterstattung auf das Spektakel hinweist.
Hübners Bemühungen sind auch den Plattenfirmen nicht verborgen geblieben. Laut dem Wacken-Organisator drängen sie mittlerweile darauf, ihre Bands dort zu platzieren. Dies sei „kein Wunder, bei rund 1000 anwesenden Medienvertretern“. Die Aufmerksamkeit der Medien nutzen die Organisatoren des Festivals auch für den Nachwuchs, der auf einer eigenen Bühne sein musikalisches Talent beweisen kann. Hübner sieht sein Festival durch die Konkurrenz aus dem CTS- oder DEAG-Lager keineswegs gefährdet. „Die Heavy-Metal-Szene ist eine überschaubare Familie, und die Musikrichtung hat immer noch dank der Nichtpräsenz in den Medien einen gewissen Underground-Charakter“. Ziel für die kommenden Jahre sei es, weiterhin ein Festival zu veranstalten, das „uns und den Fans Spaß macht“.



