Der in Ulm ansässige Veranstalter WIV Entertainment hat sich vor allem der anspruchsvollen Rockmusik der 70er-Jahre verschrieben. Zu den aktuellen Produktionen zählen das Genesis-Tribute The Musical Box, David Myers, die Pink Floyd-Epigonen The Machine, Ex-Marillion-Sänger Fish und – soeben auf Tour – die Band um Peter Gabriel-Bassist Tony Levin.
Die mit musikalischen Schwergewichten wie Jerry Marotta (Drums) und Larry Fast (Synthesizer) besetzte Formation um den Weltklasse-Bassisten hält ein, so Firmenchef Winfried Völklein, packendes, virtuoses Programm mit vielen Rockklassikern bereit. Dennoch laufe der Kartenverkauf „nicht gerade prickelnd.“ Am wenigsten prickelt es in Bayern, was den studierten Betriebswirt aber auch nicht verwundert. „In München gilt: Je niedriger das Niveau, desto höher sind die Besucherzahlen. In Bayern hat anspruchsvolle Rockmusik keinen Platz, das ist ein musikalisches Entwicklungsland“, schimpft Völklein im Gespräch mit live.biz. Er belegt dies mit Zahlen: So zog die irische Sänger-Legende Fish in Stuttgart, Köln und Mainz jeweils zwischen 1400 und 1500 Leute an, in Augsburg seien es nur 350 gewesen. Ähnlich sieht es mit den Ticket-Verkäufen für die international höchst erfolgreichen Genesis-Tribute-Shows von The Musical Box aus: In Oberhausen, Frankfurt und Stuttgart wollten die Konzerte jeweils über 2600 Zuschauer sehen, in München kamen knapp 1800.
Als Erklärung für das Nord-Süd-Gefälle lässt Völklein das vermeintliche Überangebot in der Bayern-Metropole nicht gelten. „Auch in Berlin und Frankfurt gibt es ein großes Konzertangebot, dennoch gehen die Leute zu unseren Konzerten.“ Für den Musikfan, der 1990 WIV gründete und seitdem u.a. auch Tourneen mit Cheb Khaled und Yehudi Menuhin organisierte, liegt der Grund für das Ticket-Tief im deutschen Süden eher bei den Medien: „Da gibt es kaum jemanden, der anspruchsvolle Rockmusik unterstützt.“ So war Völklein auch für das Konzert von Tony Levin am 13. Mai im Münchener Backstage schon im Vorfeld nicht gerade zuversichtlich. Es kamen schließlich rund 200 Besucher. Besser lief es am 8. Mai im nordbayerischen Aschaffenburg mit immerhin rund 400 Fans.
Weitere Informationen finden sich unter www.wiventertainment.de.



