Musik

Wiesnwirte mögen Musik nur, wenn sie laut ist

Die Stadt München verordnete im Vorfeld des Münchner Oktoberfests eine verminderte Lautstärke für Blaskapellen und Partybands, um die „ballermannähnlichen“ Zustände einzudämmen – einigen Wirten stößt dies sauer auf.

Einige der Münchner Oktoberfestwirte wettern gegen zu leise Musik in den Festzelten. Die Stadt München verordnete im Vorfeld eine verminderte Lautstärke der Blaskapellen, um auch den älteren Besuchern einen angenehmen Aufenthalt auf dem Oktberfest zu ermöglichen und die „ballermannähnlichen“ Zustände einzudämmen.

Als „eine absolute Katastrophe“ bezeichnte Wiesnwirt Peter Schottenhamel die Beschränkung gegenüber der „Bild“-Zeitung. Wirtesprecher Toni Roiderer stößt ins selbe Horn: „Wir Wirte sind uns einig, dass die gedrosselte Lautstärke für alle Gäste unbefriedigend ist. Alle schimpfen.“

Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl sieht dies anders: „Wir bleiben bei der Linie. Bei uns hat sich noch niemand beschwert.“ Und auch Wiesnwirt Karl-Heinz Wildmoser kann sich mit der neuen Regelung anfreunden: „In meinem Zelt ist auch trotz der verringerten Lautstärke eine Riesenstimmung.“ Er selbst finde es sogar richtig angenehm, sagte er gegenüber einem Münchner Radiosender.

In einigen Zelten sieht es allerdings anders aus: In Sprechchören fordern die Gäste Partyhits, die nach einem neuen Stadtratsbeschluss erst nach 18.00 Uhr gespielt werden dürfen. Schottenhamel-Kapellmeister Otto Schwarzfischer gibt deshalb auch immer öfter dem Diktat der Masse nach: „Bevor die Leute mich und meine Musiker verprügeln, spiele ich lieber einmal ‚Hey Baby'“, sagte er.