Superstars wie Madonna, U2 oder die Rolling Stones diktieren stetig steigende Eintrittspreise und schöpfen einen immer größeren Anteil der Gesamteinnahmen des Konzertmarktes ab. Dies geht aus einer Studie hervor, die der Wirtschaftswissenschaftler Alan Krueger von der Universität Princeton anhand von Zahlen des amerikanischen Live-Entertainment-Fachblattes „Pollstar“ erstellte. Demnach gingen bereits im Jahre 2003 allein 56 Prozent der Erträge im US-Konzertgeschäft an nur ein Prozent der Künstler. Zum Vergleich: 1982 hatte sich dieses eine Prozent der erfolgreichsten Künstler lediglich 26 Prozent des Gesamtkuchens gesichert.
Für die Topstars verlieren die Plattenabsätze ökonomisch zunehmend an Bedeutung: „Nur vier der 35 Topverdiener unter den Künstlern machten mehr Geld mit Plattenverkäufen als mit Live-Konzerten“, heißt es in Kruegers Studie. Insgesamt habe für diese 35 Künstler das Verhältnis von Tour-Einnahmen gegenüber Erlösen aus Plattenverkäufen im Jahr 2002 bei 7,5 zu eins gelegen.
Vor dem Aufkommen von illegalen Downloads hätten die Künstler ein Interesse gehabt, die Konzertpreise eher niedrig zu halten, um größere Publikumszahlen in höhere Plattenverkäufe ummünzen zu können, wie Krueger darlegt. Heute sei es indes so, dass Künstler und ihre Manager von vornherein höhere Einnahmen aus dem Konzertgeschäft einkalkulierten und entsprechend wenig Zurückhaltung bei den Ticketpreisen walten ließen. Die Konzertpreise stiegen im Zeitraum von 1981 bis 1996 in den USA um durchschnittlich 4,6 Prozent pro Jahr. Zwischen 1996 und 2003 betrug der jährliche Zuwachs im Schnitt bereits 8,9 Prozent.
Ein Beispiel für das heutige Preisniveau der Superstar-Tourneen sind die Londoner Konzerte von Madonna im Rahmen ihrer kommenden Welttournee. Für Tickets müssen die Fans zwischen 80 und 160 Pfund berappen – plus 13 Pfund Vorverkaufsgebühr. Wie die BBC meldet, halten sich beim Publikum Entrüstung und Akzeptanz die Waage: Bei den E-Mail-Kommentaren auf der Website des öffentlich-rechtlichen Senders käme auf jeden empörten Fan, der einen „Skandal“ beklagt, einer, der anmerkt, dass Madonnas Show „jeden Penny wert“ sei. Mit ihrer letzten Tour vor zwei Jahren nahm Madonna bei nicht viel niedrigeren Eintrittspreisen brutto 125 Millionen Dollar weltweit ein.


