Mit den dem Anlass gerechten Zeilen „Sending Out An S.O.S,“ beendete die Band The Police in New Jersey am Samstagabend den weltumspannenden Marathon der Live-Earth-Konzerte. Sting, Andy Summers und Stewart Copeland spielten ihren Hit „Message In A Bottle“ gemeinsam mit Rapper Kanye West. Zuvor waren in New Jersey vor 52.000 Zuschauern acht Stunden lang Musikgrößen wie Bon Jovi, Alicia Keys, John Mayer, Keith Urban und die Smashing Pumpkins aufgetreten. An der Copacabana in Rio de Janeiro machte Lenny Kravitz die Lichter vor 400.000 Zuschauern aus, in der Hamburger HSH-Nordbank-Arena setzte Yusuf Islam den Schlusspunkt.
Mehr als 24 Stunden lang spielten Stars und lokale Musiker in insgesamt neun Großstädten rund um den Globus auf Konzerten, mit denen ein Bewusstsein für den Klimaschutz geschaffen werden sollte. Initiator Al Gore erklärte, dass zwei Millarden TV-Zuschauer das Ereignis verfolgt hätten. Nach dem Start in Sydney, wo das Konzert mit Tänzen der australischen Aborigines eingeläutet wurde, folgten Konzerte in Tokio, Schanghai, Hamburg, London, Johannesburg, Rio und New York. In Washington setzte Initiator Al Gore ein Überraschungskonzert an, für das Country-Star Garth Brooks aus dem Ruhestand zurückkehrte.
In der Hamburger HSH-Nordbank-Arena, die nur etwa zur Hälfte gefüllt war, setzte kurz vor Beginn des Konzerts um 14 Uhr strömender Regen ein. Latino-Star Shakira eröffnete den Reigen, US-Rapper Snoop Dogg und Enrique Iglesias begeisterten die laut Medienberichten höchstens 30.000 Fans, laut ProSieben aber immerhin 31.500 Zuschauer, ebenso wie Roger Cicero und Silbermond.
Im ausverkauften Londoner Wembley-Stadion jubelten 70.000 Genesis, Metallica, den Red Hot Chili Peppers und Madonna zu. Die Warner-Künstlerin holte beim Song „La Isla Bonita“ zwei Mitglieder der Cargo-Band Gogol Bordello auf die Bühne.
Obwohl für die Organisation der Konzerte erneuerbare Energien sowie kompostierbare und wiederverwertbare Materialien eingesetzt wurden, und das Hamburger Konzert komplett klimaneutral durchgeführt wurde, stießen die Veranstalter auf Kritik: Umweltschützer bezeichneten die Konzerte, für die internationale Stars eingeflogen wurden, als Teil des Klimaproblems.
Auch der Nachrichtensender N24, der die Konzerte in Deutschland übertragen hatte, musste sich nach dem 7. Juli harte Kritik anhören. So sei in wichtigen Momenten Werbung gelaufen, Konzerte von Madonna und anderen wurden im Laufe der Übertragung gleich mehrmals gezeigt, während etwa von Yusuf nur zwei Songs zu sehen waren. Auch eine Hamburger „Society Lady“, als vermeintliche Expertin ins Studio eingeladen, trug nicht zur Erhellung bei.



