Musik

Weihnachtsalben 2007

Alle Jahre wieder fühlt sich der ein oder andere Künstler von einer plötzlichen Eingebung beseelt – warum eigentlich nicht mal ein Weihnachtsalbum auf den Markt bringen?

Alle Jahre wieder fühlt sich der ein oder andere Künstler von einer plötzlichen Eingebung beseelt – warum eigentlich nicht mal ein Weihnachtsalbum auf den Markt bringen? Und damit Herzen zum Schlagen, Augen zum Leuchten und Kassen zum Klingeln bringen?

In den letzten Jahren fanden sich unter den Verfechtern der Frage „Do they know it’s christmas time?“ hauptsächlich engelsgleiche Oktavenkletterer der Marke Sarah Connor oder Christina Aguilera. Diese Saison fällt der Weihnachtsmarkt etwas bescheidener aus. Insbesondere nationale Musikanten hinterlassen ihre Fußstapfen auf dem von einer zarten Schneedecke benetzten Weg in die heimische Hitparade.

Dieses Jahr was Blechgeblasenes, Schatz

Gute Chancen auf erhöhte Wohnzimmerrotation dürfte etwa Till Brönner haben. Der trompetespielende Traum aller Schwiegermütter hat seinen Gabenteller rechtzeitig bestückt, seit Mitte November liegt „The Christmas Album“ in der Wärme ausstrahlenden Warenauslage der Kaufhausketten. Über die gesamte Adventszeit hinweg kann Mann und Frau gleichermaßen den sanften Klängen seines gülden erstrahlenden Blechblasinstruments lauschen.

Insgesamt 14 Mal lädt der Jazzmusiker zum melancholisch angehauchten Mitsummen ein, mit Klassikern wie auch mit komplett neu komponierten Songs aus den Bereichen Swing, Fusion, Traditional und Pop. Helfend zur Seite sprangen ihm dabei so illustre Interpreten wie Yvonne Catterfeld („Better Than Christmas“), Curtis Stigers („Christmas Is Never“) oder Stevie Woods („Winter Wonderland“).

„Aba heidschi bumbeidschi“

Im Alleingang hingegen macht sich Andrea Berg durch die kalte Jahreszeit. Der schöne Schlagerstar hat ebenfalls eine bunte Mischung aus Klassikern und Neukompositionen in ihrem Gabensäckchen – wobei der Fokus im Vergleich zum überseeisch inspirierten Kollegen Brönner weit heimatverbundener ausfällt.

Von „Oh Tannenbaum“, über „Leise rieselt der Schnee“ hin zu „Aba heidschi bumbeidschi“ findet sich das gesamte Weihnachtsrepertoire der guten alten Zeit auf „Dezember Nacht„. Noch besinnlicher geht’s ja fast nicht.

„Hört ihr Kinder…“

Dachte sich wohl auch Peter Maffay. Und kümmert sich gemäß der Devise „Ihr Kinderlein kommet“ um eine gänzlich anders strukturierte Hörerschaft. Kurzerhand hat der Gutmensch unter den musizierenden Nationalhelden seinen kleinen grünen Drachen in die winterliche Manege geschickt und ruft dazu auf, „Frohe Weihnachten …mit Tabaluga“ zu zelebrieren.

Zwölf Lieder lang stimmt die rumänische Reibeisenstimme mit seiner Band auf eine Zeit voller Plätzchenduft und Kerzenschein ein. Und ruft – danke dafür – unaufdringlich und frei von jeglichen glockenklangerfüllten Kitschanfällen zum Nachdenken und Fröhlichsein auf. Prädikat: besonders herzig.