Musik

Webradios machen gegen GVL mobil

Die von der GVL zum April 2005 angekündigte neue Tarifstruktur sorgt bei den Onlineradiosendern für Ärger: Anbieter wie RMNradio.de oder Radiosites.de rufen zusammen mit dem Deutschen Rock & Pop Verband zum Protest auf.

Die von der GVL – Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten zum April 2005 angekündigte neue Tarifstruktur sorgt bei den Machern von Onlineradiosendern für Ärger: Anbieter wie RMNradio.de oder Radiosites.de rufen zusammen mit dem Deutschen Rock & Pop Verband zum Protest gegen die neuen Tarife auf. „Diese neuen Bedingungen machen es nicht nur für Webradios unmöglich, ein ansprechendes Programm zu gestalten, auch neue und unbekannte Künstler sind erheblich von den neuen Verordnungen betroffen“, klagt etwa RMNradio-Sprecher Thomas Poschen in einem Statement. Bei Radiosites heißt es zudem, dass die neuen Nutzungsbedingungen teils nur „mit allergrößten Arbeits- und Technikaufwand“ zu erfüllen seien und die Sender zudem „in ihrer Programmgestaltung ganz erheblich“ eingeschränkt würden.

Laut GVL orientiert sich die aktualisierte Form der Tantiemenberechnung an internationalen Vorbildern und ermöglicht Webcastern den Betrieb ihrer Angebote im Ausland. Bisher konnte die GVL nur Webcasts in Deutschland lizenzieren, da entsprechende Gegenseitigkeitsverträge mit anderen Gesellschaften fehlten. Die neuen Vergütungssätze sehen im Normaltarif 0,1 Cent pro Titel und Hörer für kommerzielle Veranstalter vor oder alternativ 0,3 Cent pro Minute und Hörer; nichtkommerzielle Angebote kosten die Hälfte. „Das sind einfach Marktpreise“, erklärt GVL-Geschäftsführer Peter Zombik, der gegenüber „Spiegel online“ auch die Kritik zurückweist, mit den neuen Tarifen den kleinen Webradios die Arbeitsgrundlage zu entziehen: „Die Rechteinhaber müssen doch nicht dazu herhalten, irgendwelche Robin-Hood-Aktionen zu unterstützen.“

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