Musik

WEA bietet breites Spektrum an HipHop-Musik: US-Verhältnisse erreichen die deutsche Szene

Bei der wea kümmert sich das WEA Beat-Dept. um alle Themen, die im weitesten Sinne zur Black Music gehören. Dabei spielt der deutsche HipHop eine besondere Rolle, da er im Gegensatz zum aktuellen R&B-Hype auf eine gewachsene Szene zurückgreifen kann. Kooperationen mit Labels wie Showdown und Phlatline sollen das HipHop-Segment bei WEA zusätzlich stärken.

“HipHop in Deutschland ist über die Jahre gewachsen und bezieht sich auf eine gesunde Basis“, erklärt Andreas Bork, A&R/Senior Product Manager Black/Dance, der dieses Fundament beim derzeitigen „deutschen R&B-Hype“ nicht sieht.

HipHop bietet große Infrastruktur

Beim HipHop können sich Fans wie Firmen laut Bork auf eine vielfältige Infrastruktur aus Clubs, Radiosendern, Mode und Events verlassen, die auch das WEA Beat-Dept. in seine Arbeit miteinbeziehe. „Diese Abteilung betreut Musik, die vom Beat lebt, also Dance und HipHop, aber auch Genres wie Dub, TripHop oder Dancehall integriert.“ Für letztere ist das WEA-Label Downbeat zuständig, das Norbert Rudnitzky untersteht.

Bork unterstreicht die hohe Bedeutung der Live-Performance für das Genre, weil „HipHop zwar im Club funktioniert, wenn DJs die neusten Platten auflegen, im Grunde aber eine Live- und Performing-Szene ist, bei der die Künstler sich am Mikrophon beweisen müssen.“ So konnten Acts wie Mr. Schnabel oder Deichkind, die über das Indie-Label Showdown zur WEA kamen, etliche Jahre lang in den Clubs Erfahrungen sammeln, bevor es zur ersten Plattenveröffentlichung kam.

„Leider wird in Deutschland sehr oft zu früh und bisweilen auch blind gesignt, was einen Qualitätsverlust bedeutet“, meint der A&R-Mann. „Bei der Entwicklung haben wir hierzulande einen Stand wie in den USA vor fünf bis acht Jahren.“ Aber weil die gewachsene Szene inzwischen ein Eigenleben gewonnen habe, handele es sich bei deutschem HipHop „nicht um eine US-Kopie“.

Spürbare Zunahme der Konkurrenz

Die deutschen Rapper und Produzenten sind „in einer Phase, in der sie ihren Status beweisen und sich festigen müssen. Denn Anspruch und Konkurrenz sind größer geworden.“ In ihrer Arbeit mit den Künstlern will das Beat-Dept. „nicht etwas aus ihnen machen, was sie nicht sind.,Seid, was Ihr seid!‘ lautet die Devise.“ Aus diesem Grund arbeitet WEA mit Indie-Labels wie Showdown oder Phlatline zusammen, denen WEA 95 Prozent von A&R und Marketing überlässt.

„Es geht um Glaubwürdigkeit. Man kann mit einem krediblen HipHop-Act keine ProSieben-TV-Kampagne machen“, sagt Bork. Da sich der internationale Warner-Konzern seit dem Ärger um „Cop Killer“ von Ice-T von einem großen Teil des Black-Repertoires getrennt hat, machte die deutsche WEA „aus der Not eine Tugend“ und baute konsequent ein starkes nationales Artist-Roster auf. Nach Erfolgen mit Deichkind, Harlekinz oder Mellowbag veröffentlicht Showdown Records am 2. Juli das Album „Walk Of Life“ von Square One, der zweite Longplayer von KC Da Rookee folgt im September.

Auch Phlatline setzt seine regen Aktivitäten fort, am 11. Juni erschien das Debüt-Album von Tefla&Jaleel. Die nächste Single, „Postwendend“, steht im Juli in den Läden zum Verkauf bereit.

Warner-Bros. schöpft neue Potenziale aus

Einen wichtigen Schwerpunk bildet auch die Formation Brothers Keepers, deren Single am 2. Juli erscheint. Nach dem Aderlass bietet auch das internationale Warner-Bros.-Repertoire inzwischen wieder Potenzial: Das Jaheim-Album „Ghetto Love“ trat im Mai seinen Siegeszug an, in Deutschland war die erste Single, „Could It Be“, der bislang erfolgreichste Titel in den Deutschen Black Charts. Die Single „Just In Case“ ist Anfang September geplant, einen Monat später startet seine Deutschland-Tour. Dann soll auch das neue Album von Eric Benet die Charts entern.