Musik

Watershed: Pop-Botschafter Südafrikas

Für ihr Debütalbum „In The Meantime“ (Capitol) erhielt die Band um den Songwriter Craig W. Hinds in ihrer Heimat bereits Gold. Massives Airplay soll Watershed auch in Deutschland zum Durchbruch verhelfen.

Perfekt arrangierte Songs zwischen Melancholie und Euphorie, umgesetzt von geschmackvoller, teils spartanischer Instrumentierung und der Gesang von Craig W. Hinds – das sind die Ingredienzen, mit denen Watershed derzeit für Aufmerksamkeit sorgt. Das mag zunächst nicht ungewöhnlich klingen. Ist es aber doch, hält man sich vor Augen, dass der 29-jährige Hinds erst seit fünf Jahren Songs schreibt. „Ich weiß, es klingt seltsam. Bevor ich mit dem Songwriting begann, war ich Englisch- und Geschichtslehrer“, erzählt er. „Ich stamme aus einer Künstlerfamilie – wahrscheinlich ist mein Weg zum Musiker genetisch vorbestimmt. Aber erst mit 24 Jahren entschied ich mich dazu, es mit dem Schreiben von Songs zu versuchen.“ Mit einem Koffer voller Demos überzeugte er EMI South Africa, was wiederum dazu führte, dass seine Songs auf „In The Meantime“ ohne Einflussnahme von Außen erscheinen. Das macht den Charme der Kompositionen aus: unschuldige, auf der ursprünglichen Songidee basierende, kleine Stories, denen das Zuckermäntelchen nicht aufgezwungen wurde.

Mit dem Top-40-Einstieg der Debütsingle „Indigo Girl“ könnte Watershed auch in Deutschland die Wahrnehmung südafrikanischer Musik revolutionieren. „Aus allen Teilen der Welt kommt Popmusik, die internationalen Standards entspricht. In Südafrika gab es aber lange Zeit dieses Stigma, dass Popmusik vom Kap in den Medien nicht ernst genommen wurde. Das führte international dazu, dass man ausschließlich Johnny Clegg und Ladysmith Black Mambazo mit Südafrika assoziierte.“ Das dürfte sich mit „In The Meantime“ (Bestellnummer: 5 39956 2) nun ändern, denn Capitol unterstützt das Album mit einer breit angelegten Marketingkampagne. Produktmanager Bernd Harbauer setzt auf TV-Kooperationen mit SAT.1 und ProSieben. Außerdem ist Radiowerbung auf 1Live, SWR3, Bayern3, NDR Jump und Radio FFH geplant. Print-Anzeigen im „Rolling Stone“ und „WOM Journal“, sowie Dekorationen in 200 Geschäften runden die Aktivitäten ab.