Musik

Wagnerianische Bühnenproduktion

„Still Growing Up“ – wer Peter Gabriels sensationelle „Growing Up“-Tour verpasst hat, bekommt vom Meister eine neue Chance.

Eigentlich ist Peter Gabriel kein Wiederholungstäter. Seine unaufhörliche Suche nach neuen Ausdrucksformen verbietet ihm normalerweise Rückgriffe auf bewährte Ideen. „Aber viele Leute konnten die ‚Growing Up‘-Konzerte nicht sehen, weil die Kapazitäten die Ticketnachfrage nicht decken konnten.“

Außerdem hätten er und sein Team lange am Konzept dieser Show gearbeitet. „Statt sie nach den ersten beiden Touretappen zu Grabe zu tragen, haben wir sie überarbeitet und werden europäische Konzertgänger erneut überraschen“, erzählt Gabriel.

Zwar ist dabei wieder sein mobiler Hightech-Spielplatz mit Hydraulik-Rundbühne zu bestaunen, aber im Programm wird es auch signifikante Veränderungen geben.

„Während der ersten beiden Etappen der Tour fehlte stellenweise die Dynamik, weil wir viele melancholische Nummern im Programm hatten. Diesmal werden wir sieben oder acht neue Stücke spielen und das Licht dahin gehend verändern, dass es die ganze Angelegenheit nach vorn bringen wird“, verspricht Gabriel.

Legende ohne Allüren

Bereits in der Woche vor Ostern waren 65.000 Tickets für die sieben Deutschlandkonzerte ab dem 5. Mai mit einer Gesamtkapazität von 85.000 Zuschauern verkauft. Stefan Güntner, Marketing- und Promotionleiter der Peter Rieger Konzertagentur, zeigt sich erfreut über die Nachfrage.

„Wir wussten zwar, dass die Konzerte gut besucht sein würden. Aber dass wir in Dortmund, Berlin und Frankfurt schon so gut wie ausverkauft sind, ist für den Künstler, wie auch für unsere Arbeit, eine tolle Bestätigung. Unsere Zusammenarbeit mit Gabriel dauert inzwischen über 20 Jahre an, und wir haben selten einen Künstler dieser Größenordnung erlebt, der dermaßen locker und ohne Allüren arbeitet.“

Moderate Preise

Gabriel äußert sich befriedigt, dass er an den „Growing Up“-Konzerten erstmals wirklich Geld mit einer Tournee verdient hat. Angesichts der verhältnismäßig moderaten Ticketpreise von 32 bis 54 Euro (plus Vorverkaufsgebühr), die einer enorm aufwändigen Produktion gegenüberstehen, sei das nicht selbstverständlich.

„Die Rentabilität dieser Produktion liegt in der Rundbühne begründet. Man kann dadurch beispielsweise in Karlsruhe rund 4000 Tickets mehr verkaufen als bei einer regulären Bühne“, erläutert Stefan Güntner.

Dass Gabriel in Deutschland weltweit den größten Publikumszuspruch genießt, erklärt der Multimediakünstler folgendermaßen: „Wahrscheinlich lieben die Deutschen den wagnerianischen Aspekt an meinen Bühnenproduktionen.“