Musik

Vote-And-Quote-Umfrage: Branche spart nicht mit Selbstkritik

Die gegenwärtige Absatzflaute der Musikwirtschaft ist selbstverschuldet – diese Ansicht vertrat eine
überwältigende Mehrheit der Teilnehmer an unserer letzten Online-Umfrage.

Das Thema war heikel: „Hat die Musikwirtschaft ihre aktuelle Absatzflaute selbst verschuldet?“ wollten wir von den von den musikwoche.de-Usern wissen. Und siehe da: Das Echo war besonders lebhaft.

Vor allem nahmen diesmal überdurchschnittlich viele Teilnehmer die Möglichkeit war, ihre Meinung durch E-Mails an die Redaktion darzulegen. Bis zum Mittwochabend, 19. Juli, hatten 90,65 Prozent der Teilnehmer mit „Ja“ votiert, und nur 9,35 Prozent mit „Nein“. Sämtliche Einsender von E-Mails erklärten die Krise für selbstverschuldet. Als häufigste Begründung wurden Versäumnisse im Bereich der A&R-Arbeit angemahnt.

Verleger Benjamin Schacht resümierte: „Während konjunktureller Phasen, in welchen Verbraucher zunehmend auf Preis und Qualität achten, steuert das Pop Business offensichtlich mit Qualitätsansprüchen, die sich schlechterdings nur an Massenbewertungsmaßstäben reiner Jugendkultur orientieren, nicht jedoch an Qualitätsmaßstäben einer breiteren Käuferschicht, in die verkehrte Richtung.“

Rudy Holzhauer vom Musikverlag Progressive GmbH setzte einen anderen Akzent: „Ich finde es bemerkenswert, dass speziell jugendliche Käufer offenbar kein Problem haben, für einige einfach zu erstellende Klingeltöne bis zu 20 Mark auszugeben, aber sich andererseits aufwändig produzierte CDs lieber brennen. Ich schließe daraus, dass die Bereitschaft da ist, Geld für Musik auszugeben. Nur muss sie trendy sein und der Zugang über eine Kasse laufen.“

Ausgewählte Statements im Original-Wortlaut finden Sie