Seit ihrem ersten Album „The Nightfly“ von 1972 gelten Donald Fagen und Walter Becker als Trendsetter, die Maßstäbe für intelligente und zeitlose Popmusik setzten. In sehr großen Abständen gönn(t)en sie sich den „Luxus“, eine Solo-CD zu veröffentlichen. Im Fall von Donald Fagen ist es 25 Jahre her, seit er sein erstes Solo-Album, „The Nightfly„, herausbrachte. 1993 folgte das zweite mit dem Titel „Kamakiriad„. Und jetzt ist mit „Morph The Cat“ sein drittes Solowerk erschienen.
Dabei ist die Titelgestalt „Morph The Cat“ alles andere als ein liebenswertes Kätzchen. Es ist vielmehr der Inbegriff eines unfassbaren Albtraums, den der 58-Jährige im Titelsong seines neuen Albums über seine Heimatstadt New York hereinbrechen lässt.
Alien-Invasion
„Diese Katze narkotisiert die Bevölkerung“, erklärt Donald Fagen. „Ich hatte die Vorstellung von einer Bevölkerung, die durch das Fernsehen bereits seit Jahren betäubt und einer Gehirnwäsche ausgesetzt wurde.“ Neben dieser diabolischen Katze bevölkern auch Aliens und andere abstruse Gestalten die CD.
Unwillkürlich fühlt man sich an frühe Science-Fiction-Filme wie „Die Invasion der Körperfresser“ erinnert. „Ich denke, dass viele Leute meiner Generation und besonders meiner Herkunft in ihrer Jugend von diesen Filmen geprägt wurden“, meint Donald Fagen. „Sie reflektierten die Angst vor einer Infiltration der Bevölkerung und der Regierung durch den Kommunismus. Gleichzeitig passierten die UFO-Sichtungen, und die Angst vor den Aliens kam dazu.“
Lässig und zeitlos
Donald Fagens „Morph The Cat“ ist ein modernes New-York-Album. Es spiegelt die Unsicherheiten der Bewohner wieder, aber auch ihren Optimismus und die vitale Kraft der Metropole am Hudson River. Und trotz der zumeist düsteren Themen strahlen die Songs von „Morph The Cat“ eine heitere Gelassenheit aus. Das liegt nicht zuletzt an der musikalischen Umsetzung – vor allem an den lässig federnden Grooves und den akkuraten und sparsamen Arrangements.
Zu den Aufnahmen hatte Fagen Drummer Keith Carlock, Gitarrist John Herington, den Tenorsaxophonisten Walt Weiskopf und den langjährigen Steely-Dan-Toningenieur Elliott Scheiner geladen. Das Resultat ist ein zeitloses, hochkarätiges und erwachsenes Pop-Album.


