Musik

Von Accept bis Zillo

Ostern, Temperaturen über dem Gefrierpunkt – es frühlingt. Höchste Zeit, den diesjährigen Tourplan zu machen, Freunde zu akquirieren und ggf. gleich Karten zu ordern. Hier sind die Festival-Highlights 2005.

Die Zusage ist frisch. Limp Bizkit spielen bei „Rock am Ring“ und dem Parallelevent „Rock im Park“ (3. – 5.6.). Somit reiht sich die Kombo um „Hobbyfilmer“ Fred Durst, die mit Wes Borland wieder in Originalbesetzung rocken, in ein Line-Up der großen Namen. Ein Rock’s Finest auf dem Nürburgring und dem Zeppelinfeld in Nürnberg: R.E.M., Velvet Revolver, Green Day, Iron Maiden, Marilyn Manson, Incubus, The Prodigy, Slipknot, Slayer, Him, Tocotronic, Weezer, Garbage, Within Temptation aber auch Silbermond. Viel mehr zu einem 20-jährigen Jubiläum geht nicht. Viel mehr zu verpassen auch nicht.

So werden sich die erwarteten jeweils 150.000 Zuschauer auf beiden Festivalplätzen mit der einen Hand am Bier und mit der anderen am Spielplan festhalten. Zirka 14 Tage vor dem Festival sind die Auftrittszeiten bekannt. Wer spielt wann, wie, wo auf der Centerstage, wer der Alternastage? Oder wie Die Toten Hosen im vergangenen Jahr nachts auf einem Parkplatz! Na mal sehen.

Wenn’s etwas spezieller sein darf

Übersichtlicher dagegen, weil kleiner, von den Bands nicht weniger bedeutend, weil etwas spezieller, stürmen das „Hurricane“- und das „Southside“-Festival vom 10. – 12.6. los. Wie bei der „Ring/Park“-Rockerei reisen die Groups zwischen Scheeßel im Norden und Neuhausen ob Eck im Süden. So begegnen sich im Nord-Süd-Gefälle die nicht gerade als gute Freunde bekannten Ärzte und Rammsteiner höchstens mit ihren Nightlinern unterwegs auf der Autobahn.

Das Aufgebot kann sich auch in diesem Jahr sehen lassen. Millencolin, Nine Inch Nails, die Wüsten-Rocker Queens Of The Stone Age und System Of A Down sprechen die härtere Sprache. Dagegen stehen die Briten New Order und – endlich mit neuer, guter (?) Scheibe im Gepäck – Oasis. Dazu aus Deutschland: Wir sind Helden, Madsen, Kettcar und die Beatsteaks.

Kleiner und machmal feiner

Freilich, ob’s die große Mischung immer bringt, muss der Fan zwischen Nine Inch Nails und Uruguay-Ska von La Vela Puerca („Hurricane“/“Southside“) oder The Prodigy und Tocotronic („Ring“/“Park“) selbst entscheiden.

Wie sich Bier (Die Toten Hosen, Farin Urlaub Racing Team) mit dem Rotwein von Oomph! und der Limo der Bravo-Silbermond-Fraktion beispielsweise auf dem „Open Flair“ (12. – 14.8.; Eschwege) oder dem „Taubertal Festival“ (12. – 14.8.; Rothenburg o.d. Tauber; ohne DTH & Farin, dafür mit Bad Religion und In Extremo) vertragen, darf ausprobiert werden. Prost!

Jetzt wird’s echt hart

Dann lieber pur! Beim Metaller sowieso. Auf dem „Wacken“ (4. – 6.8.), natürlich. Mit Accept, Apocalyptica, Nightwish, Overkill. Kreator, Metal Church und Endstille. Das Programm: Bang Your Head!!! Gut aufgewärmt ist man in der Kutte bereits.

Nach dem „BYH!!!“-Festival (24. – 25.6., Balingen) mit Motörhead, Tankard, Dio und der unverwüstlichen Doro und dem „Rock Hard Festival“ (13. – 15.5., Gelsenkirchen) mit Accept, Children Of Bodom und Overkill.

Jahs Liebe leuchtet zum Festival

Ebenso pur, aber doch anders, tanzt man am Chiemsee. Beim „Reggae Summer“ (19. – 21.8.) on stage: Gentleman, Patrice & Shashamani Band, Culcha Candela und Jimmy Cliff. Am Fühlinger See in Köln beim „Summer Jam“ (8. – 10.7.) sind bestätigt Seeed, Asian Dub Foundation, U-Roy und Sergent Garcia.

„SonneMondSterne“ leuchten für die Freunde elektronischer Tanzmusik längst nicht mehr bei den Paraden. Vom 12. – 14.8. fährt die Clubcrowd hinaus aufs Land an die Bleilochtalsperre in Schleiz/Saalburg. Übers Line-Up wird derzeit noch nichts verraten. Gewünscht sind The Chemical Brothers und The Prodigy.

Auch für die „Nature One“ (5. – 7.8.) haben die DJs ihre Terminkalender noch nicht durchgeschaut. Zu rechnen ist mit den „üblichen Verdächtigen“ Chris Liebing, Monika Kruse, Paul Van Dyk, Sven Väth und Westbam.

Für Freunde des schnellen Reimes

Und die HipHopper? Die Chemnitzer-Stausee-Extravaganza „Splash!“ (5. – 7.8.) ist nach Standort-Querelen gerettet. Schon sind die ersten Namen bestätigt: Kool Savas, Gentleman, Ugly Ducking, Söhne Mannheims und Afrob erheben das Mic. Mit diesen Namen ist auch bei den „HipHop Open“ (23. & 24.7.) in Stuttgart zu rechnen.

Bleibt nach den Festivals für die Gothic-Jünger („The Orkus Open Air“, 1. & 2.7.; „Zillo-Festival“, 22. – 24.7. und dem „M’era Luna“, 13. – 14.8.) und der Gymnasial-Cordhosenfraktion („Immergut“, 27. & 28.5.; „Populario“, 24. & 25.6.) noch der Geheimtipp. Vielleicht ist’s das „Melt!“ (15. – 17.7., Gräfenhainichen bei Dessau) mit seiner abgeschmeckten Mischung aus Pop (Wir sind Helden), Elektronischem (Underworld, Tiefschwarz, Steve Bug) und ambitioniertem Rock (Maximo Park).

Vielleicht ist’s aber auch einfach nur das Mini-Open-Air in der Nachbargemeinde. Dorthin muss man nicht weit fahren. Dort muss man nicht im Matsch zelten. Dorthin kommt’s Taxi und fährt – wann auch immer – direkt zurück vor die eigene Haustür…