Guy Laurence, Director für Consumer Marketing beim Mobilfunkprovider Vodafone, hinterließ bei den Delegierten der Midem gemischte Gefühle. Einerseits zeigte er die riesigen Ertragschancen für Musikfirmen im Mobilbereich auf, andererseits warf er der Branche kleingeistige Kompetenzstreitigkeiten vor. „Das Wichtigste, worüber Sie sich in Bezug auf die Mobile Industry klar werden sollten, ist unsere Größe“, sagte Laurence im Rahmen des Midem Mobile Music Forums. „Wenn wir uns bewegen, dann bewegen wir uns im großen Maßstab.“ Die Musikwirtschaft habe jedoch noch nicht den richtigen Zugang zur Mobilfunkbranche gefunden, findet der Vodafone-Mann.
„Ich saß schon in Verhandlungen, in denen zwei Vertreter derselben Musikfirma vor uns darüber stritten, wer wofür zuständig ist.“ Diese Zankereien zwischen Verlagsgeschäft und Plattenfirma müssten aufhören, wenn die Musikbranche im mobilen Geschäft vorankommen möchte, so Laurence. „Die Musikindustrie muss im nächsten Quartal das Durcheinander zwischen Verlegern und Labels in Ordnung bringen und sich über die Zuständigkeiten klar werden. Schließlich geht es hier um die Kunden.“ Zumindest in Richard Huntingford, dem CEO der Chrysalis Group, hat Laurence mit seinen Äußerungen keinen neuen Freund gefunden. „Das ist ja erschreckend. Was weiß den Vodafone schon vom Musikverkauf?“



