Der niederländische Großverlag VNU, zu dem neben den Fachpublikationen „Billboard“ und „The Hollywood Reporter“ vor allem die Marktforschungsgruppe Nielsen gehört, soll verkauft werden. Das Investorenkonsortium Valcon Acquisition hat nun 7,5 Mrd. Euro für VNU geboten. Valcon besteht aus Thomas H. Lee Partners, The Blackstone Group, AlpInvest Partners, Kohlberg Kravis Roberts & Co., der Carlyle Group und Hellman & Friedman.
Als siebtes Mitglied war Permira Advisors vor wenigen Tagen ausgeschieden. VNU galt seit einiger Zeit als Übernahmekandidat, nachdem die geplante 6,8 Mrd. Dollar teure Übernahme von IMS Health im letzten Jahr am Widerstand eines Großaktionärs gescheitert war. Daraufhin kündigte VNU-CEO Rob van der Bergh seinen Rücktritt an; derzeit führt er das Unternehmen auf Interimsbasis weiter. VNU ermittelt Marktdaten für über 9000 Kunden, die Tochterfirma Nielsen erhebt u.a. TV-Quoten, Medienverkaufsdaten und Statistiken zur Internetnutzung. Nielsen SoundScan etwa ist der offizielle Charts-Ermittler für die US-Musikbranche. Obwohl der VNU-Vorstand der Übernahme zugestimmt hat, ist fraglich, ob der Deal auch von den Aktionären abgenickt wird.
Mit Fidelity Investments, Templeton Global Advisors und vor allem Knight Vinke Asset Management bestimmen drei Hauptaktionäre über das Zustandekommen des Verkaufs, die eigentlich eine andere Option für VNU favorisieren: Das Unternehmen könnte dreigeteilt und gesondert verkauft werden – mit mehr Gewinn. Valcon indes ließ wissen, dass man VNU zunächst weitgehend intakt halten wolle. Im letzten Jahr machten die Holländer mit 3,46 Mrd. Euro rund vier Prozent mehr Umsatz als 2004. Auch der Nettogewinn stieg um vier Prozent auf 256 Mio. Euro.


