“Mit ihrer in jeder Hinsicht hybriden Mischung besitzt Markscheider Kunst das größte Crossoverpotenzial“, findet Barbara Nehls, Pressemanagerin für Weltmusik bei Virgin und führt weiter aus: „Stilistisch bewegt sich die Band aus Sankt Petersburg zwischen Ska, Funk, Jazz, Latin und Rock, zusätzlich gespickt mit afrikanischer und russischer Folklore. Frontmann Serafim Selenge Makangila stammt aus dem Congo und wollte ursprünglich Priester werden. Der Rest der Truppe setzt sich zusammen aus Udmurten, Juden, Tataren und Russen. Offizielle Bandsprache ist ein Kauderwelsch aus Suaheli, Lingala, Französisch, Russisch und Englisch.“ Ab 12. Mai liefert Virgin das Debüt „Krasivosleva“ aus, mit dem die Combo eine Brücke zwischen Manu Chao und dem aktuellen Russendisko-Hype schlägt. Allerdings war Markscheider Kunst schon lange vor Veröffentlichung der „Russendisko“-Compilation, auf der die Gruppe mit einem Titel vertreten ist, eine eingeführte Größe bei der gleichnamigen Clubveranstaltung in Berlin. Dem Fachpublikum präsentierte sich die Multikulti-Truppe zudem in Essen bei der WOMEX 2002. Am 15. Mai spielen die Markscheider live in Berlin, einen Tag darauf in Hamburg. Im Juli folgt dann eine europaweite Festivaltour.
Ein weiterer Schwerpunkt bei Virgin ist der ägyptische Sänger Mohammed Mouneer (Mohamed Mounir). Der „Bob Dylan vom Nil“ arbeitete früher mit den Dissidenten zusammen und ist seit längerem bei EMI Arabia unter Vertrag. Mouneers aktuelles Album „Ana Albi Masakin Shabiyah“ (Bestellnummer 5 35636 0) kommt am 16. Juni in den Handel. Anlass für die Veröffentlichung ist eine Tournee mit Hubert von Goisern, die ab dem 18. Juni durch Deutschland, Österreich und die Schweiz führt. Präsentiert werden die Konzerte von „WOM Journal“, der „taz“, „Jazzthetik“ und dem WDR Funkhaus Europa. Da der nubische Künstler dadurch auf ein gutes Medienecho hoffen darf, will Nehls zugleich zwei Titel aus Mouneers Backkatalog verfügbar machen. Am 2. Juni erscheint Susheela Ramans neues Werk, „Love Trap“ (5 83515 2). Nehls schwärmt: „Susheela ist auf diesem Album noch entspannter, absolut souverän. Ich bin wirklich total begeistert davon.“ Ihr Erstling „Salt Rain“ brachte der britischen Sängerin indischer Abstammung den Vergleich mit Tracy Chapman ein. Das vielgelobte Debüt heimste in Frankreich Gold und in England eine Nominierung für den Mercury Music Prize 2001 ein. Acht Jahre nach seinem Debüt „New Moon“ erscheint am 5. Mai das zweite Album des persischen Musikers Abdelli bei Realworld. Die Aufnahmen zu „Among Brothers“ (5 84552 2) fanden in Cabo Verde, Aserbaidschan, Burkina Faso und Belgien mit Musikern aus Lateinamerika und Nordafrika statt. Drei Jahre währte die Arbeit an dem Album, für die der Sänger anstelle steriler Aufnahmestudios die natürliche Akustik auf Cabo Verde vorzog.


