Musik

Virgin: Club- und Street-Promotion steigert die Verkäufe

Die Plattenfirma Virgin ist nicht nur mit einem hohen Repertoire-Anteil im HipHop-Genre – national wie auch international – stark vertreten, sondern weist mit einem eigenen Street-Team und einem internationalen Netzwerk zudem umfassende Vermarktungsmechanismen auf. Zudem steigen die HipHop- und Urban-Music-Anteile des Unternehmens beständig an.

“Trotz des weit verbreiteten Rock-Images hat Virgin eine lange Tradition mit hochklassigem HipHop“, schildert Gregor Stöckl, Head of International Repertoire bei Virgin. „Zum Glück führt Virgin diese Tradition nun auch langsam im lokalen Bereich fort. Der Gesamtanteil an HipHop- und Urban-Repertoire steigt stetig“, erklärt Stöckl, der zudem den hohen Stellenwert von Street- und Club-Promotion im Hause Virgin betont und auf die in kurzer Zeit erzielten Erfolge nach der Umstrukturierung hinweist: „Unsere Club-Promotion wird immer mehr zu einem absolut verlässlichen, unverzichtbaren Element und Impulsgeber der gesamten Arbeit an einem HipHop-Produkt.“

Street-Credibility ist beste Strategie

Stöckls Kollege Stefano Corti leitet neben der Club- auch die Street-Promotion, die ausschließlich für HipHop-, R&B- und Urban-Themen läuft. Ihn unterstützen rund 30 Street-Promoter im gesamten Bundesgebiet und in Österreich, die eine Steigerung der Verkaufszahlen der bearbeiteten Themen wie von Guru’s Jazzmatazz oder Snoop Dogg und auch von neuen Künstlern wie Saian Supa Crew oder den Outsidaz erreichen konnten. Dabei sei „die vielbeschworene und vielstrapazierte Street Credibility die beste Marketing-Strategie. HipHop ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern eine organisch gewachsene, sich ständig weiterentwickelnde, weltweite Gemeinschaft, Familie und Ideologie, die es vor allem als Major Company auf sensible Art und Weise zu verstehen gilt.“

Keine Gefahr sieht Stöckl durch den R&B-Boom, da HipHop und sonstige Black Sounds sich gegenseitig befruchten. „Die generelle Akzeptanz für Urban Music ist erheblich gestiegen, Deutschland ist endlich so weit, dass man bei diesem Genre mittlerweile nicht mehr von Nischen-, sondern von Volksmusik sprechen kann. Gerade beim deutschen HipHop sehe ich eine Konsolidierung auf höchstem Niveau“, meint Stöckl.

„Im deutschen HipHop wird 2001 das Jahr der Härte und der Ehrlichkeit werden. Heiß erwartete Alben von Azad, Fuat, Kool Savas oder Ferris MC werden die Messlatte wieder ein wenig verschieben“, prophezeit der Virgin-Mann, der im nationalen Sektor, den Michael Brycz bei der Virgin betreut, auch auf genügend vielversprechende eigene Acts verweisen kann. Gianni erhält auf seinem Album Unterstützung von der Hip-Hop-Gruppe die Firma, die Münchner Crew Echorausch bildet einen Schwerpunkt im Sommer. Auf ihrem Debüt rappen als Gäste unter anderm DJ Real, DJ Radrum und Feinkost Paranoia. Zurück meldet sich ebenfalls die US-R&B-Sängerin Aaliyah, deren neue CD Timbaland produzierte.

Veröffentlichungen von HipHop-Größen

Der renommierte US-Produzent, der vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Missy Elliott bekannt wurde, legt zusammen mit Magoo ebenfalls ein neues Soloalbum vor, während Rap-Legende Ice Cube mit einer Greatest-Hits-Platte aufwartet. Bathgate ist der jüngste Sprössling aus Jay-Z’s Roc-A-Fella-Camp, der mit der Single „Fuck That“ und einer deutschen Version mit Harris von den Spezializtz auf sich aufmerksam machen will.

Virgin kündigt für den Herbst auch ein neues Album von der Sängerin Kelis an. Für Aufsehen wird auch die kommende Produktion von Mariah Carey sorgen, die mit Nate Dogg, Da Brat, Ludacris, Cameo, Ja Rule und Busta Rhymes zusammen-gearbeitet hat. Und der Nachwuchs wird mit Lil‘ Romeo, dem elfjährigen Sohn von Master P., angesprochen.