Musik

Verwertungsgesellschaft legt Jahresbericht 2001 vor: AKM rechnet mit Einnahmeverlusten

Die österreichische Verwertungsgesellschaft AKM weist in ihrem Jahresbericht 2001 eine Steigerung der Lizenzerträge auf 68,24 Millionen Euro aus. AKM-Generaldirektor Prof. Manfred Brunner sorgt sich jedoch um künftige Zahlungen des ORF.

“Ich freue mich, dass das Jahr 2001 trotz der Schwierigkeiten in vielen Bereichen ein gutes Geschäftsjahr war“, fasst AKM-Generaldirektor Prof. Manfred Brunner die Ergebnisse des Jahresberichts zusammen. So konnte die Gesellschaft bei den Lizenzerträgen eine Steigerung um 2,9 Millionen Euro oder 4,3 Prozent auf 68,24 Millionen Euro realisieren. Die Inlandserträge stiegen um 3,2 Prozent auf 60,32 Millionen Euro, die Auslandserträge legten um 15 Prozent auf 7,91 Millionen Euro zu. Der Verwaltungsaufwand betrug im Jahr 2001 rund zwölf Millionen Euro, dabei konnte die AKM ihren Spesenabzug mit 14,8 Prozent etwa konstant halten. Dadurch stieg auch die zur Ausschüttung an die AKM-Mitglieder anstehende Summe um 5,1 Prozent auf 61,1 Millionen Euro.

Dennoch befürchtet Brunner, dass die AKM in den nächsten Jahren bei den Erträgen Einbußen verzeichnen könnte: Als Hauptargument für diese Prognose nennt er die erklärte Absicht des ORF, seine Zahlungen um 20 Prozent zu kürzen. „Wir haben dem ORF mitgeteilt, dass wir nicht über eine Kürzung reden werden. Die AKM wird daher in ein Schiedskommissionsverfahren gehen, wie es auch die Austro Mechana derzeit durchläuft“, gibt sich Brunner kämpferisch. Außerdem gehen beim ORF derzeit die Werbeeinnahmen zurück: Da Tantiemenzahlungen des ORF aber prozentual an Werbeeinnahmen und Beitragsgebühren gebunden sind, ist auch aus diesem Punkt eine weitere Reduktion der AKM-Einnahmen zu erwarten. Brunner folgert: „Die Verringerung bei den ORF-Einnahmen könnte also aus zwei Richtungen kommen, was für unsere Bezugsberechtigten katastrophale Auswirkungen hätte.“

Während die AKM auf der einen Seite um das Tantiemenaufkommen zittern muss, verbessert sie auf der anderen Seite ihre Serviceleistungen: Die neue Homepage der Gesellschaft bietet schon jetzt ein breites Spektrum an Informationen, in absehbarer Zeit sollen zudem die Werkeanmeldung und die Musikprogrammlieferung online bewerkstelligt werden können. Die AKM-Datenbank soll darüber hinaus mittelfristig allen Bezugsberechtigen zur Einsicht offen stehen: „Die vielzitierte Transparenz soll damit gefördert werden, wir wollen eine gläserne AKM werden“, erklärt Brunner.