Die britische Verwertungsgesellschaft Phonographic Performance Limited (PPL) legt sich mit der Werbebranche an und droht Agenturen, die für die Auswahl passender Songs für Spots eigene Datenbanken unterhalten, mit hohen Forderungen. In einem Schreiben wirft die Gesellschaft den Werbern Verstöße gegen das Urheberrecht vor und bezichtigt sie der kommerziellen Nutzung von Tracks, ohne dafür die nötigen Lizenzgebühren zu entrichten.
Ein PPL-Sprecher bezeichnete das Vorgehen der Gesellschaft als Versuch, einen Dialog mit den Werbern einzuleiten: „Wir haben ein ganz einfaches Anliegen: Wenn jemand urheberrechtlich geschützte Musik nutzt, benötigt er dazu die entsprechenden Lizenzen.“ Entsprechend seien die Agenturen nun aufgefordert, ihre Datenbanken auf legale Beine zu stellen.
Bei den Werbetreibenden stieß das Schreiben der Verwertungsgesellschaft dagegen auf Kritik: „Wir akzeptieren selbstverständlich, dass die PPL jedes Recht hat, Urheberrechte durchzusetzen, aber die Art ihres Vorgehens ist enttäuschend“, meinte Geoffrey Russell als Vertreter des Institute of Practitioners in Advertising, das als Lobbyorganisation 258 britische Agenturen vertritt.


