Der Verband der Deutschen Konzertdirektionen (VDKD) kritisiert die Ablehnung eines geplanten Open Airs mit Sasha alias Dick Brave und Reamonn auf dem Münchner Königsplatz durch die Stadt als „Wettbewerbsverzerrung durch die öffentliche Hand.“ Die Promoters Group Munich wollte das Konzert am 16. Juli veranstalten. Die Versagung der Genehmigung begründete die Stadt mit dem Hinweis, die Künstler würden die Kriterien für Veranstaltungen auf dem Königsplatz nicht erfüllen. Der Platz sei „anspruchsvollen Aufführungen internationalen Ranges mit großer Besetzung“ vorbehalten. Im Gegensatz zu für dieses Jahr genehmigten Konzerten von Dido und Lenny Kravitz erfüllen Dick Brave und Reamonn diese Vorgabe nach Ansicht der städtischen Behörden offenbar nicht. VDKD-Präsident Michael Russ nennt den Vorgang „ein weiteres Beispiel willkürlicher Entscheidungen der öffentlichen Hand, durch welche die privaten Konzertveranstalter wiederholt benachteiligt werden. Künstlerische Kriterien werden dazu missbraucht, private Veranstalter vom Markt zu drängen. Darf eine Stadt als Kunstrichter agieren? Raum für Kultur ist mit das Wertvollste, was eine Stadt vergeben kann. Nur klare Regelungen und private und öffentlich subventionierte Veranstalter gemeinsam sorgen für einen lebendigen und innovativen Kulturbetrieb.“ Die Münchener Entscheidung ist laut Russ beileibe kein Einzelfall: „Unsere Mitglieder berichten immer wieder von Problemen, wenn sie von der öffentlichen Hand Räume oder Plätze anmieten wollen. Die Vergabekriterien sind nicht immer einsichtig und nachvollziehbar. Häufig wird eine Hinhaltetaktik betrieben, bis ein Konzert aus Zeitgründen nicht mehr realisierbar ist. Da die öffentliche Hand, also Bund, Städte und Gemeinden, meist nicht nur als Vermieter, sondern auch als Veranstalter auftritt, sehen wir in dieser Entscheidungspraxis eine Wettbewerbsverzerrung zugunsten der öffentlich subventionierten Veranstalter.“ Der Verband habe auf diese Problematik bereits mit einer gegen das Land Berlin und díe Stiftung Berliner Philharmoniker hingewiesen.
VDKD erbost über Konzertverbot in München
Der Verband der Deutschen Konzertdirektionen (VDKD) kritisiert die Ablehnung eines geplanten Open Airs mit Dick Brave und Reamonn auf dem Münchner Königsplatz durch die Stadt als „Wettbewerbsverzerrung durch die öffentliche Hand.“



