“Es war tatsächlich ein Traum von mir, selbst ein Album zu veröffentlichen und wieder auf der Bühne zu stehen“, erzählt Uwe Busse im Gespräch mit musikwoche.de. Der Auslöser zu diesem Neustart als Solokünstler war sein 40. Geburtstag, an dem er seine bisherigen Erfolge überdachte. Und darauf kam, dass ihm etwas fehlte: „Man kennt den Namen Uwe Busse, aber das Gesicht, das dahinter steht, ist im Verborgenen geblieben.“ Einzig in den Achtzigern veröffentlichte er ein erstes Album, doch sein Erfolg als Texter ließ ihn die Solokarriere „auf Eis legen“. Über 18 Jahre begleitete er die Flippers – und errang mit dem Trio immerhin 23 goldene und sechs Platinauszeichnungen. „Ich hatte dann keine Zeit mehr, Promotion für mich selbst zu machen. Das hat mich ein bisschen gewurmt. Denn wenn man schon mal selber auf der Bühne gestanden und das Lampenfieber gespürt hat, dann zieht es einen immer wieder dorthin zurück.“
Dabei hatte er sich nie vom Mikrophon verabschiedet. Denn seine Kompositionen sang er auf Demotapes selbst ein, um sie dann den jeweiligen Künstlern vorzuspielen. „Im Laufe der Jahre sind Songs entstanden, die zu keinem meiner Künstler so richtig gepasst haben.“ Die verwendet er nun selbst auf „Ich habe einen Traum“ (Bestellnummer 2325120). Im Vordergrund stehen Balladen. Und er erzählt viele Geschichten in den zwölf Tracks, mal witzig rockend wie in „Love Hotel“, mal romantisch wie in „Sehnsucht hat einen Namen“ oder mit asiatischem Hauch wie in „China Blue“.
Um einen Plattenvertrag zu bekommen, nutzte Uwe Busse seine Beziehungen, wenn auch durch die Hintertür. Er entschied sich für Franz Selb, den er seit der Zusammenarbeit für Frans Bauer schätzen gelernt hatte: „Ich habe Franz erzählt, dass ich einen neuen Künstler habe. Als ich ein Video von mir einlegte, musste er erstmal überlegen, was da passiert. Und dann strahlte Franz über beide Backen und sagte: ‚Kompliment‘.“ Ob er die Erfolge der Flippers solo wiederholen kann, daran will Uwe Busse nicht denken. „Aber ich bin ein Verfechter des Ansporns nach dem Motto: Wenn der es schafft, dann kannst du es auch schaffen. Und das ist im deutschen Schlager heute nicht mehr so einfach. Aber ich habe immer die Herausforderung gesucht, und das hat mein Leben bisher spannend gemacht. Daran glaube und arbeite ich.“ Dass die Flippers eifersüchtig werden könnten, schließt Busse aus: „Ich schreibe weiterhin für die Band. Ich bin geboren, um zu schreiben: Das ist eine kreative Beschäftigung, die mich sehr glücklich macht. Aber das eine schließt das andere nicht aus.“



