Musik

USA: Schleichender Tod der CD-Single

Die CD-Single als Tonträgerformat verliert in den USA zunehmend an Bedeutung – dafür sorgen nicht zuletzt die Tonträgerfirmen selbst.

Die CD-Single als Tonträgerformat verliert in den USA zunehmend an Bedeutung – dafür sorgen nicht zuletzt die Tonträgerfirmen selbst. Lediglich 31 Millionen Singles gingen im Jahr 2001 über US-Ladentheken; ein Rückgang von 41 Prozent im Vergleich Vorjahr. Überraschend ist diese Entwicklung nicht, nachdem seit geraumer Zeit zahlreiche Tonträgerfirmen von Singles-Veröffentlichungen immer öfter Abstand nehmen. Mittlerweile ist bereits der Großteil der in den Billboard-Top-40-Charts vertretenen Singles gar nicht mehr als Einzeltonträger im Handel erhältlich, sondern wird in der Hitliste nur noch als „Album Cut“ geführt, der nur auf dem jeweiligen Longplayer der betreffenden Gruppe zu erwerben ist. Diese Entwicklung führt zu immer heftigeren Diskussionen zwischen Händlern und Tonträgerfirmen. Die Händler beklagen, dass durch fehlende Singles-Veröffentlichungen speziell junge Musikfans abgeschreckt werden, die nun mehr Geld ausgeben müssten, als sie zur Verfügung haben. So würden junge Musikfans in die Arme von Online-Tauschbörsen getrieben, wo die Hits kostenlos erhältlich sind. Die Musikindustrie wirft dem Handel unterdessen vor, CD-Singles so günstig anzubieten, dass es umöglich sei, mit Singles Geld zu verdienen. Viele Händler würden Singles, die zwischen zwei und drei Songs enthalten und für drei bis vier Dollar verkauft werden sollen, fast um die Hälfte günstiger anbieten. Um trotzdem mit Single-Formaten Umsätze zu erzielen, setzen immer mehr US-Firmen auf Maxi-Singles, die meistens fünf oder sechs Songs enthalten und zu einem Preis zwischen sieben und acht Dollar angeboten werden. Die Produktionskosten sind dabei nicht höher als bei Singles, die Gewinne aber dementsprechend größer.