Im Tantiemenstreit für US-Webradios gibt es noch immer keine Lösung. Nun hat der U.S. Court of Appeals einem weiteren Aufschub der erhöhten Tarife eine Absage erteilt. Die am 1. Mai vom Copyright Royalty Board (CRB) veröffentlichten Vergütungssätze sind nun ab dem 15. Juli verbindlich.
Ab kommender Woche droht kleinen Webcastern damit das wirtschaftliche Aus. Für manche Onlineradios erhöht sich die Tantiemenbelastung durch die Neuregelung um bis zu 1200 Prozent. Nach Berechnungen des Verbands Digital Media Association (DiMA) kommen auf alle amerikanischen Webcaster jährlich Lizenzzahlungen in Höhe von insgesamt einer Mrd. Dollar zu. DiMA-Chef Jonathan Potter zeigte sich daher „enttäuscht“ über das Urteil und warnte davor, dass die Vielfalt der Webradios damit in Gefahr sei.
Noch besteht allerdings Hoffnung für die kleinen und mittleren Internetfunker: Die DiMA und die zuständige Verwertungsgesellschaft SoundExchange verhandeln noch immer über eine für alle Seiten verträgliche Lösung. Rein theoretisch könnte SoundExchange die neuen Tarife für kleine Webcaster noch aussetzen, bis es eine Einigung gibt.


