Die Musikbranche vernachlässigt ihre erwachsenen Kunden, obwohl auf diese Zielgruppe rund 45 Prozent aller CD-Verkäufe entfallen. Zu diesem Schluss kommen zwei aktuelle Marktforschungs-Studien. Zwar erwarten die Analysten von PriceWaterhouseCoopers (PwC) laut ihrem Bericht „Entertainment and Media Outlook: 2003-2007“, dass der digitale Musikvertrieb von geschätzten 44 Mio. Dollar im laufenden Jahr auf bis zu 1,6 Mrd. Dollar im Jahr 2007 wachsen kann, allerdings würden ältere Kunden kaum Anteil an diesem Wachstum haben. Da stationäre Großflächenmärkte mit zumeist auf Hits und Dauerbrenner beschränkten Angeboten ihre Marktmacht im Musikgeschäft laut PwC weiter ausbauen werden, rechnen die Marktforscher damit, dass weniger bekannte Acts oder neue Talente immer seltener den Weg zum Konsumenten finden. In diesem Zusammenhang sei beim Verkauf von CD-Alben bis 2007 mit einem durchschnittlichen Minus von 3,5 Prozent zu rechnen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken hatten die Marktforscher der NPD-Gruppe bereits zuvor vorgeschlagen, im stationären Handel spezielle Nischen für Kunden jenseits der 35 Jahre zu schaffen. Diese Altersgruppe würde neue Musik immer noch am liebsten beim Stöbern im Geschäft entdecken. Dagegen seien diese Kunden kaum über das Internet zu erreichen. „Dabei ist zu beachten, dass auf erwachsene Kunden rund 45 Prozent aller verkauften CDs entfallen“, erklärte Russ Crupnick, Vice President der NPD-Gruppe. „Und die kurzfristige Entwicklung der Bevölkerungsstatistik sollte der Branche eine Mahnung sein, sich auf ältere Kunden zu konzentrieren, denn die Zielgruppe der Teenager und Studenten wird in den kommenden fünf Jahren nicht wachsen.“ Vor diesem Hintergrund rät Crupnick dazu, PoS-Kampagnen und Werbemaßnahmen künftig stärker auf Musikinteressierte jenseit der 35 zu fokussieren.
US-Studien belegen Bedarf an Angeboten für Erwachsene
Die Musikbranche vernachlässigt ihre erwachsenen Kunden, obwohl auf diese Zielgruppe rund 45 Prozent aller CD-Verkäufe entfallen. Zu diesem Schluss kommen zwei aktuelle Marktforschungs-Studien.


