Musik

US-Radios kämpfen um Anerkennung

Führende Radiosender in den USA wollen ihren Ruf aufpolieren. Eine Imagekampagne mit einem Mediavolumen von rund 28 Mio. Dollar und Testimonials wie Alicia Keys sollen zeigen: Im Radio spielt die Musik.

Führende Radiosender in den USA wollen die Bevölkerung davon überzeugen, dass ihre Programme viel besser sind als ihr Ruf. Eine Imagekampagne mit einem Mediavolumen von rund 28 Mio. Dollar soll der amerikanischen Öffentlichkeit suggerieren: Im Radio spielt die Musik.

Die größten Sendergruppen wie zum Beispiel Infinity Broadcasting, Clear Channel Communications, Emmis Communications, Radio One, ABC, Bonneville oder Susquehanna setzen dabei auf Testimonials von bekannten Musikern. Noch bis Ende Februar sollen Stars wie Alicia Keys, John Legend, Avril Lavigne, Nelly, Ludacris, Hoobastank oder Ashanti den US-Bürgern in 30-sekündigen Werbespots erzählen, wie das Radio mithalf, ihre Karrieren zu fördern.

Parallel dazu erscheinen in Magazinen wie „Spin“, „Vibe“ oder „Entertainment Weekly“ Anzeigen mit begleitenden Motiven. Unter dem Slogan „Radio. You Hear It Here First“ wollen sich die Radiomacher gegen das Vorurteil wehren, ihre Programme seien völlig durchformatiert, langweilig, mit zuviel Werbung gespickt und musikalisch irrelevant.

Fakt ist: Amerikanische Sender verlieren an Zuhörern. Während der Durchschnittsradiohörer im Jahr 2000 noch 20 Stunden und 45 Minuten pro Woche zuhörte, waren es drei Jahre später nur noch 20 Stunden. Gleichzeitig verzeichneten die beiden Satellitenfunkanbieter Sirius und XM für ihre je über 100 werbefreien Kanäle innerhalb kürzester Zeit einen Kundenstamm von fast 4,5 Mio. zahlenden Abonnenten. Das ist zwar nur etwa ein Prozent der landesweiten Radiohörer, aber die Manager bei den terrestrischen Stationen werden nervös. Schließlich wachsen auch die Umsätze längst nicht mehr so stark wie noch in den 90er-Jahren. Die Imagekampagne soll nicht zuletzt auch bei der werbetreibenden Wirtschaft für positive Resonanz sorgen.