US-Veranstalter haben eine neue Zielgruppe im Visier: die Superreichen. Spezielle VIP-Angebote erfreuen sich immer größerer Beliebtheit bei wohlhabenden Konzertgängern. Stars wie Barbra Streisand kratzen bei Tickets der Topkategorie längst an der 1000-Euro-Marke und können sich trotzdem über ausverkaufte Konzerte freuen. Wie viel solvente Musikfans für Tickets zu zahlen bereit sind, zeigt sich auch auf dem Ticketzweitmarkt. Auf der Resaleplattform StubHub wechseln Tickets für Rekordpreise den Besitzer. So zahlte jüngst ein Käufer aus Omaha, Nebraska, 11.0000 Dollar für zwei Plätze in der ersten Reihe bei Elton Johns Geburtstagskonzert im Madison Square Garden. Von derartigen Preisexplosionen auf dem Zweitmarkt haben natürlich die Veranstalter selbst in der Regel gar nichts.
Aber das soll sich ändern. Immer mehr Veranstalter locken mit speziellen Meet-And-Greet- und VIP-Angeboten. Ein komplett neues Konzept versucht nun der US-Promoter Bulldog mit seiner Konzertreihe „Social“, die ihr Debüt im Juli dieses Jahres an der Ross School in East Hampton erfährt. Dort treten Prince, Billy Joel, Dave Matthews, Tom Petty und James Taylor auf. Kostenpunkt für alle fünf Konzerte zusammen: 15.000 Dollar. Tickets für Einzelshows gibt es nicht. Dafür bekommt man allerdings auch so einiges geboten. Eine angeschlossene Kunstausstellung, Catering von Spitzenköchen, und die Spielstätte ist nicht einfach nur bestuhlt, sondern mit Sofas, Ottomanen und marokkanischen Sitzkissen eingerichtet. Laut Veranstalter Bulldog will man die Konzertreihe als Lifestyle vermarkten – für die Ultrareichen.
Die auftretenden Stars sollen Gagen im siebenstelligen Bereich für ihre Konzerte bekommen, und einige der 1000 Tickets für die „Social“-Reihe seien bereits verkauft. Wie viele genau das sind, wollte Bulldog-CEO Joe Meli dem „Wall Street Journal“ nicht sagen, auch nicht, wie viele Tickets man an den Mann bringen müsse, um den Break-even zu erreichen.



