Musik

US-Musikverleger verklagen XM

Nach den Labels haben nun auch die Musikverlage Klage gegen den US-Satellitenradioanbieter XM eingereicht. Das Unternehmen verletze mit seinen aufzeichnungsfähigen Empfangsgeräten Urheberrechte, lautet der Vorwurf, der XM nun zusätzliche Probleme beschert.

Nach den Labels haben nun auch die Musikverlage Klage gegen den US-Satellitenradioanbieter XM eingereicht. Das Unternehmen verletze mit seinen aufzeichnungsfähigen Empfangsgeräten Urheberrechte, lautet der Vorwurf, der XM nun zusätzliche Probleme beschert.

Die Klage nennt EMI Music Publishing, Sony/ATV, Famous Music und Warner/Chappell als Hauptkläger, doch über die ebenfalls klagende National Music Publishers‘ Association (NMPA) sind auch die restlichen Majorverlage und zahlreiche Indie-Verleger involviert.

Streitobjekt sind tragbare XM-Empfangsgeräte mit digitaler Aufzeichnungs- und Speicherfunktion. Diese verstoßen nach Ansicht der Verlage gegen die Urheberrechte, weil mit ihnen die Grenze vom Radiosender zum Digitalvertrieb überschritten werde. Geräte wie der Inno können bis zu 50 XM-Programmstunden aufzeichnen und digital abspeichern. Für eine mechanische Vervielfältigung per Download fehle es XM an den nötigen Lizenzen, so die NMPA. Man habe bereits vor einem Jahr mit den Verhandlungen begonnen, erklärte David Israelite, President & CEO der NMPA, doch das letzte XM-Angebot sei noch immer nicht angemessen gewesen.

„Wir lesen, dass XM Oprah Winfrey 55 Millionen Dollar für die Entwicklung von Inhalten zahlt“, so Israelite. „Aber die Schöpfer der musikalischen Inhalte haben noch keinen Penny für diese digitalen Kopien gesehen.“ Dasselbe gelte im Übrigen für den XM-Konkurrenten Sirius, der gerne mit XM fusionieren möchte. Auch die aufzeichnungsfähigen Sirius-Empfänger verstießen gegen Urheberrechte. Die Verhandlungen diesbezüglich will Israelite demnächst wieder aufnehmen.

Die Verleger verlangen vor Gericht für jede illegale Kopie eines Songs maximal 150.000 Dollar Schadenersatz. „Wir wollen den technologischen Fortschritt nicht aufhalten und die Auswahlmöglichkeiten der Konsumenten für den Erwerb von Musik einschränken“, sagte Israelite. „Aber wir müssen sicherstellen, dass die Urheber vergütet werden.“

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