Eine Forschungsgruppe der University of California at Riverside und der Cooperative Association for Internet Data Analysis (CAIDA) bestätigt mit ihren Erkenntnissen die Aussagen anderer Marktforscher: Die Aktivitäten in den diversen P2P-Netzwerken gehen trotz aller Klagen der Musikverbände keineswegs zurück. „Im Gegenteil: P2P-Traffic stellt einen bedeutenden Anteil des gesamten Datenverkehrs im Internet dar und wird künftig eher noch zunehmen“, so die Verfasser der Studie („Is P2P dying or just hiding?“), die im November beim Fachkongress IEEE Globecom 2004 vorgestellt werden soll. Vereinzelte Berichte, die von einem drastischen Abflauen der P2P-Nutzung infolge der RIAA-Klagen sprachen, seien unzutreffend, erklärten die Forscher.
Von August 2002 bis Januar 2004 sammelten die IT-Experten Daten von allen relevanten Internet Service Providern und filterten dabei heraus, welche Datenmenge mit Hilfe von P2P-Protokollen bewegt wurde. „Wir messen den Datenverkehr intelligenter als bisherige Untersuchungen“, behauptet Michalis Faloutsos, Professor für Computer-Wissenschaften an der UC-Riverside. „Der P2P-Verkehr versucht sich zu verstecken. Deshalb gingen wir einen Schritt weiter und versuchten, so viele Verstecktricks wie möglich ausfindig zu machen, um eine akkuratere Bestimmung des P2P-Aufkommens vorzunehmen als bislang bekannt.“ Dabei wurden nicht nur die populärsten Netze wie KaZaA oder Gnutella untersucht, sondern alle P2P-Applikationen, die Forscher aufspüren konnten.


