Musik

US-Digitalradios stehen vor hohen Mehrausgaben für Musiktantiemen

Die bevorstehende Tantiemenerhöhung für Satellitenradios wird am insgesamt tragfähigen Geschäftsmodell der Anbieter XM und Sirius wenig ändern, finden Finanzexperten. Auch wenn die Musikbranche künftig mehr Geld von den Digitalfunkern will, ist mittelfristig mit Gewinnen zu rechnen.

Die bevorstehende Tantiemenerhöhung für Satellitenradios wird am insgesamt tragfähigen Geschäftsmodell der Anbieter XM und Sirius wenig ändern, finden Finanzexperten. Auch wenn die Musikbranche künftig mehr Geld von den Digitalfunkern will, ist mittelfristig mit Gewinnen zu rechnen, erklärte Jonathan Jacoby von Banc of America Securities. Auch wenn zum Ende des Jahres 2006, wenn die seit sieben Jahren bestehenden Verträge mit den RIAA-Mitgliedern auslaufen, der Tantiemensatz von derzeit rund sieben Prozent der Bruttoumsätze merklich erhöht werden sollte, werde das Konzept des digitalen Satellitenradios „überleben und florieren“, so Jacoby. Bis ins Jahr 2010 soll der Tantiemensatz um jährlich 50 Prozent angehoben werden. Damit würden die Belastungen für XM und Sirius von 55 Mio. Dollar in diesem Jahr auf rund 384 Mio. Dollar im Jahr 2010 ansteigen.

Unklar ist derzeit noch, ob auch die Urheberrechtsgesellschaften ihre Forderungen an XM und Sirius erhöhen werden. Das Schlimmste, was den beiden Unternehmen jedoch wiederfahren könnte, ist nach Ansicht des BoA-Analysten, dass die Rechteinhaber sich kategorisch gegen die neuen Satellitenempfänger mit MP3-Hybrid-Technik sperren werden, die in diesen Tagen im Weihnachtsgeschäft in den Handel kommen. Diese neuen Empfangsgeräte können die Programme der Digitalfunker nicht nur empfangen, sondern auch digital aufzeichnen. Kunden erhalten dadurch eine dauerhafte Kopie von urheberrechtlich geschütztem Material, für das sie eigentlich nicht bezahlt haben. Sollten sich XM und Sirius nicht mit den Rechteinhabern einigen können, müssten nach Ansicht von Jacoby die Geräte vom Markt genommen werden.

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