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US-Charts: AFI nutzt Gunst der schwachen Stunde

Das Sommerloch hat den US-Handel nun endgültig erreicht. Trotz vier Neueinsteigern in den Top Ten lassen die Verkaufszahlen zu wünschen übrig. Gewinner in dieser Flaute sind die Goth-Punks von AFI, die mit „Decemberunderground“ erstmals Platz eins der Charts erobern.

Das Sommerloch hat den US-Handel nun endgültig erreicht. Trotz vier Neueinsteigern in den Top Ten lassen die Verkaufszahlen zu wünschen übrig. Es sind in den USA eher die Sommerferien und das heiße Wetter, die die Umsätze in den Tonträgerläden purzeln lassen, als ein sportliches Großereignis in Deutschland. Wenn die Amerikaner sich schon mit Sport vom Plattenkonsum abhalten lassen, dann eher von Dirk Nowitzki, der mit den Dallas Mavericks im Finale der NBA-Basketballliga steht als von Bruce Arena und seiner Truppe.

Insgesamt verkaufte der Handel in der Woche bis zum 11. Juni rund 9,5 Mio. Alben. Das sind zwar knapp drei Prozent mehr als in der ebenfalls schwachen Vorwoche, aber eben auch 14 Prozent weniger als in der Vergleichswoche des letzten Jahres. Seit Jahresanfang konnte die US-Branche 241,2 Mio. Alben verkaufen; das entspricht derzeit einem Absatzrückgang von mehr als drei Prozent im Vergleich zu 2005. Als Gewinner gehen dabei die Goth-Punks von AFI aus dieser Flaute hervor: Mit dem Album „Decemberunderground“ erobert die Band aus San Francisco erstmals Platz eins der Charts und verkauft dabei 182.000 CDs. Damit fallen die Dixie Chicks nach zwei Wochen an der Spitze an die zweite Position – „Taking The Long Way“ fand nur noch 175.000 zahlende Fans.

Neu auf Rang drei ist Yung Joc. Die Entdeckung von Sean „Diddy“ Combs setzte auf Anhieb 148.000 Exemplare von „New Joc City“ ab und bleibt damit knapp vor HipHop-Veteran Ice Cube. Der Rapper, der in den letzten Jahren immer öfter als Schauspieler aktiv war, verkaufte von „Laugh Now, Cry Later“, seinem ersten Album seit sechs Jahren, 144.000 Kopien. An fünfter Stelle rangiert mit dem Soundtrack zu Disney „High School Musical“ ein Charts-Dauerbrenner dieses Jahres. Die Platte fand in der letzten Woche weitere 87.000 Käufer. Tausend Stück weniger bedeuten für die Red Hot Chili Peppers und „Stadium Arcadium“ Rang sechs. Vierter Neuzugang unter den ersten Zehn ist der Soundtrack zum Pixar/Disney-Animationsspaß „Cars“.

Die CD mit Titeln von Sheryl Crow, John Mayer, Randy Newman und Rascal Flatts benötigte für Platz sieben nur 68.000 Verkäufe. Damit schlägt sich die Country-Formation selbst, denn das Rascal-Flatts-Album „Me And My Gang“ schafft nach 66.000 Verkäufen nur Position acht. Dahinter kehrt Rihanna mit 51.000 Einheiten ihres „A Girl Like Me“ in die Top Ten zurück, während 49.000 verkaufte CDs das Ende der Haltbarkeit der 21. Ausgabe der Hitkopplung „Now!“ ankündigen.

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