Vivendi-CFO Jacques Espinasse will die Universal Music Group im Verlagsgeschäft stärken. Dabei spielen offenbar auch Spekulationen um eine Fusion zwischen EMI und Warner eine Rolle: Der Zusammenschluss von EMI und Warner brächte es auf „einen bedeutenden Marktanteil“, sagte Espinasse im Rahmen der Bekanntgabe der Jahresertragszahlen am 1. März in Paris. „Sie werden wohl Teile ihres Publishing-Geschäfts abstoßen müssen“, orakelte der Finanzmann im Hinblick auf die bei der Fusion Sony BMG zur Erleichterung der Kartellverfahrens ausgeklammerten Verlagsarme der beiden Partner. Am ehesten scheint sich der Manager dabei Chancen auf eine Übernahme von Warner/Chappell auszurechnen.
„Sie haben unsere Telefonnummern und können uns jederzeit anrufen“, ergänzte Espinasse laut der britischen „Times“. Er unterstrich damit einen Vorstoß von Konzernchef Jean-Bernard Lévy, der bereits Anfang Februar im Gespräch mit Analysten über Zukäufe im Verlagssegment nachgedacht hatte: Man wolle mehrere bedeutende Verlage übernehmen, sagte Lévy damals. Diese Zukäufe sollen noch in diesem, spätestens aber im kommenden Jahr über die Bühne gehen. „Unser weltweiter Marktanteil im Verlagsgeschäft ist nach unseren Berechnungen nicht einmal halb so groß wie der im Tonträgergeschäft“, begründete er seine Ambitionen.


