Zwei Studenten der renommierten US-Universität Massachusetts Institute of Technology (MIT) wollen eine Lösung gefunden haben, wie sie ihre Kommilitonen auf dem P2P-Weg mit Musik versorgen können, ohne dabei in Konflikt mit dem Urheberrecht zu kommen. Statt über das Internet schickt die Entwicklung von Josh Mandel und Keith Winstein Musik über das Uni-eigene Kabel-TV-Netz zu den Mitstudenten. Das so genannte „Library Access to Music Project“ (LAMP) macht sich dabei eine Klausel im US-Urheberrecht zu Nutze: Bei einer Übertragung von Songfiles über das Internet sind die Lizenzen der Plattenfirmen sowie der Autoren und Komponisten erforderlich. Eine öffentliche Aufführung im Fernsehen oder Radio gilt als analog und bedarf nur der Genehmigung der Urheber. Deren Rechte werden dabei pauschal und für die Studenten vergleichsweise günstig vergütet, weil Unis in der Regel bereits Lizenzen für diese Analognutzung besitzen. LAMP wurde als Forschungsprojekt vom MIT mitfinanziert und erhielt zudem Fördergelder von Microsoft. Im Vergleich zu P2P-Netzwerken im Internet funktioniert LAMP jedoch etwas zahmer: MIT-Studenten können demnächst auf 16 Kanälen Titel aus rund 3500 CD-Alben auswählen. Auf einer Website kann man sich Sets mit maximal 80 Minuten Spieldauer zusammenstellen, die dann über einen der 16 Kanäle gesendet werden. Der Empfang erfolgt über das Fernsehgerät oder einen Computer mit TV-Karte. Jeder Student kann sich somit als DJ des Uni-TV betätigen. Die 3500 CDs wurden im Lauf des letzten Jahres in einer Umfrage am MIT ermittelt. Um sicher zu stellen, dass LAMP nicht anfechtbar ist, kauften Mandel und Winstein die für die Übertragung nötigen MP3-Dateien der Alben bei Loudeye in Seattle ein. Die Firma hat dafür Lizenzen der Urheberrechtsgesellschaft NMPA erhalten und verlangte acht Dollar pro Album im MP3-Format. Das Konzept lässt sich nach Aussage der beiden Studenten jederzeit auch in den TV-Netzen anderer Unis oder Kommunen umsetzen, vorausgesetzt man nimmt rund 40.000 Dollar Anfangsinvestitionen in Kauf.
Uni-TV soll Filesharing ersetzen
Zwei Studenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) wollen eine Lösung gefunden haben, wie sie ihre Kommilitonen auf dem P2P-Weg mit Musik versorgen können, ohne dabei in Konflikt mit dem Urheberrecht zu kommen.


