Jetzt ist er also vier geworden, unser Amadeus, und auch an Gratulanten fehlt es nicht. Nur mehr wenige werden sich an die eigentlichen Geburtsstunden der Austrian Music Awards Ende des letzten Jahrtausends erinnern. Die Meinungen im Marketing-Ausschuss der IFPI prallten aneinander: Die Grammys, die Brit-Awards und auch der Echo waren bereits erfunden – wozu also noch eine österreichische Draufgabe? Wie viele internationale Stars würden den Weg zum Amadeus finden? Ist das österreichische Repertoire stark genug, um damit eine attraktive Gala bestreiten zu können? Aber wie so oft ist der Streit Vater vieler Dinge, und Österreich hat seinem Ruf, bei größeren Vorhaben ein Diagnoseriese und ein Therapiezwerg zu sein, beim Amadeus eben keine Ehre erwiesen.
FM4-Chefideologe Martin Blumenau über die Amadeus-Launchparty im Mai 2000: „Der erste Amadeus war eine völlig durchgeknallte Party in einer besseren Werkshalle mit Tischchen für die Künstler und Preisträger und Stehplätzen für die, die gekommen waren, um Unfug zu treiben.“ Hand aufs Herz, so war’s. Aber die Kooperation mit dem ORF-Fernsehen, mit Ö3, FM4 und die Unterstützung seitens vieler Medien – einen großen Dank dafür – erlaubte es dem Amadeus, rasch zu wachsen. Mittlerweile rocken weit mehr als 1000 Gäste beim Amadeus, der heuer erstmals auch für Fans geöffnet wird, und mittlerweile hat sich die Gala über alle Gegensätze hinweg als Treffpunkt der Musikbranche fest etabliert. Damit ist ein Wunsch der Gründer in Erfüllung gegangen: Einmal im Jahr sollen die erfolgreichsten Künstler geehrt werden, und wenigstens einmal im Jahr soll gemeinsam gefeiert werden. Am nächsten Tag ist wieder Ärmelaufkrempeln angesagt. Nicht nur weil die Konkurrenz härter und der Markt schwieriger geworden sind, sondern auch weil die Vorbereitungen für den nächstjährigen Amadeus schon wieder beginnen.
Dr. Franz Medwenitsch, Geschäftsführer IFPI Austria




