Andrea Kossin, Manager DVD bei der Universal Marketing Group, erklärt: „Die Entwicklung im Bereich von DVD-Musikvideo in diesem Jahr ist sehr erfreulich. Es ist beim Konsumenten ein klar positiver Trend für diesen Bildtonträger zu erkennen. Das belegen die Zuwachsraten im Stückabsatz und im Umsatz. Man muss aber auch sagen, dass die Produktqualität deutlich zugenommen hat. Für nächstes Jahr sehen wir einen noch deutlicheren Anstieg der Zuwachsraten. Eine Steigerung von etwa 100 Prozent ist durchaus realistisch – nicht zuletzt durch einen erneuten Boom im Bereich der Hardware.“
Jens Thele, Managing Director/A&R Kontor Records, will im Dance-Bereich auch weiterhin DVDs veröffentlichen, da der DVD-Boom seiner Meinung nach ungebrochen sei: „Im CD-Bereich hindern uns die Charts-Regularien in vielen Fällen an kreativen Lösungen. Deswegen arbeiten wir gern mit dem DVD-Format, wo es diese Begrenzungen nicht gibt. Außerdem schneiden wir bei unseren Veranstaltungen oder Videodrehs immer reichlich zusätzliches Material mit, sodass die Gefahr, dass uns irgendwann einmal der Stoff ausgehen sollte, nicht besteht.“
Joe Hugger, Leiter Musikvideo/DVD bei BMG Ariola Media, blickt ebenfalls auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück, das durch das Weihnachtsgeschäft noch gekrönt werden soll. Im Lauf von 2002 erregten bei BMG Ariola nationale Produktionen – unter anderem von 2raumwohnung, Ben, Brunner & Brunner, Nicole, den Flippers, Puhdys und Wolfgang Petry – Aufsehen, aber auch Veröffentlichungen des internationalen BMG-Repertoires, etwa Pink, Run DMC, Elvis Presley, Grateful Dead oder Cesaria Evora. Demnächst folgen noch Natural und Westlife. „Wenn man sich die letztjährige Zuwachsrate mit über 100 Prozent anschaut, kann man die Entwicklung für den Bereich Musik-DVD als extrem positiv bewerten, und das wirkt sich natürlich auf unser Geschäft aus. Dennoch ist es noch ein langer Weg, bis die Musik-DVD den Stellenwert im Markt erreicht hat, den sie verdient.“
Ralf Schalck, Director Catalog Marketing bei Sony Music, zieht ebenfalls eine positive Bilanz: „Auch in diesem Jahr werden wir bei Sony Music erneut eine Zuwachsrate von mehr als 100 Prozent erreichen. Erfolgreiche Einzelveröffentlichungen wie die,KuschelRock‘-DVD, von der wir kurz nach dem Erst-Shipment bereits die Goldmarke von 25.000 Units erreicht haben, die kommenden Herbst-Highlights im Artist-Bereich sowie die gute Performance des Katalogs sind hierfür die Garanten.“ Als Gründe für den weiterhin anhaltenden Boom führt Schalck dabei auch Titel an, die im Gegensatz zu mancher CD-Veröffentlichung zum Teil auf immer noch anhaltende Verkäufe zurückblicken können. „Als Fazit für 2002 sind wir mit der Entwicklung des DVD-Segments in diesem Jahr hochzufrieden, zumal neben den erfolgreichen Artists-Themen wie Bruce Springsteen oder Roger Waters auch das Compilation-Segment weiter ausgebaut werden konnte. Speziell die,KuschelRock‘-DVD hat hier neue Maßstäbe gesetzt, wobei sich auch die,Pop Wave Clip Mix‘-DVD zu einem Dauerbrenner entwickelt hat.“
Mit Zuwachs wird allgemein gerechnet Skeptisch gibt sich Gero Herrde, zuständig für A&R bei den Labels Synthetic Symphony/Oblivion von SPV: „Ich bin absolut kein Freund derartiger Prognosen. Aber wir verzeichnen in der Tat große Zuwachsraten im Bereich Musik-DVD, und daher wird diese Sparte auch im nächsten Jahr bei uns eine hohe Priorität genießen. Ob die Zuwachsraten nun bei 100 Prozent, darüber oder darunter liegen, vermag wohl niemand zu sagen, aber ein gewaltiger Aufwärtstrend ist in jedem Fall da. Allerdings purzeln auch die Preise für DVD-Brenner beträchtlich. Wenn die Dachverbände der Branche jetzt nicht aufpassen, droht uns allen das gleiche Schicksal, wie wir es mit der CD-Brennerei erlitten haben.“
Antje Lange, Managing Director & Sales beim Label Sanctuary Records, bringt die weiter nach oben kletternden Verkaufszahlen mit qualitätvollen Produkten in Verbindung: „Bei uns sind die Absatzzahlen für Musik-DVDs unglaublich explodiert, nicht zuletzt wegen des immensen Erfolgs der DVD „Rock In Rio“ von Iron Maiden, die kurz vor der Goldmarke steht. Auch die Zahl der Veröffentlichungen hat bei Sanctuary im Vergleich zum Jahr 2001 deutlich zugenommen, und das ist sicher ein Grund für die steigenden Verkäufe.“



