So kennt man sie, so schätzt man sie. Wenn die „Tagesschau“-Fanfare verklungen ist und Eva Herman die Zuschauer auf eine neue Runde News einstimmt: „Guten Abend, meine Damen und Herren…!“ Dass die blonde Ostfriesin nicht nur Nachrichten lesen, sondern auch angeregt plaudern kann, das stellt sie zusammen mit ihrer Freundin und Ko-Moderatorin Bettina Tietjen regelmäßig in der NDR-Talkshow „Herman & Tietjen“ unter Beweis. Neuerdings erschließt sich der „Tagesschau“-Klientel und den Fans der NDR-Show eine ganz neue Dimension des Moderatorinnenduos: Die beiden singen. Und das Resultat klingt nicht etwa wie ein Verlegenheitsprojekt gelangweilter Fernsehdiven. Ihr Album „Swing It„, das Warner Warner Strategic Marketing (WSM) am 17. November veröffentlichte, überrascht vielmehr mit einem runden Programm bewährter Standards und Evergreens für die reifere Kundschaft. Dabei liefern Hape Kerkeling und das Palast Orchester unter der Leitung von Max Raabe kompetente Unterstützung. Und da schau her: Die Ladies können sogar singen. Die eine, Herman, mit verhauchtem Sexappeal in der Stimme, die andere, Tietjen, mit kräftigem Damenbass.
Ihr Coming-out als singende Performerinnen erfuhren die TV-Moderatorinnen vor Jahresfrist, als sie während der großen Abba-Fernsehnacht anlässlich der Premiere des Musicals „Mamma Mia“ eine Strophe aus dem Abba-Klassiker „Honey, Honey“ vortrugen. Das führte umgehend zu einem unzweideutigen Angebot von WSM, bei dem die beiden, die bis dato nur beim Wandern oder unter der Dusche gesungen hatten, einfach nicht nein sagen konnten. Im Nachhinein sagt Eva Herman, ihr Respekt vor Sängern wie Grönemeyer sei größer geworden. Und Bettina Tietjen meint selbstironisch: „Mit Kopfhörern fühle ich mich wie Ella Fitzgerald. Wenn ich mich anhöre, eher wie Daniel Küblböck.“ Und nun zum Wetter.




