Eine technische Panne bei der amerikanischen Kult-TV-Show „Saturday Night Live“ (SNL) hat sowohl dem Sender NBC als auch der vermeintlich live singenden Ashlee Simpson beim Publikum Glaubwürdigkeit und Sympathien gekostet. Doch statt sich zu stellen, flüchteten sich die Beteiligten in Ausreden. Die Comedy-Show, die seit Jahrzehnten nicht nur immer wieder komödiantischen und schauspielerischen Nachwuchs hervorbringt und dabei allwöchentlich einem Musik-Act eine landesweite Promotionfläche bietet, bot am 23. Oktober ein seltsames Schauspiel: Während Ashlee Simpson bei der Darbietung ihres ersten Songs noch eine tadellose Figur machte, versagte bei ihrem zweiten Auftritt in der Show die Technik. Statt einen neuen Titel anzuspielen, startete die Tontechnik erneut das Playback zum ersten Titel. Simpson tanzte daraufhin etwas lustlos neben dem Takt und verließ nach wenigen Sekunden die Bühne, während ihre Band tapfer weiterspielte.
Für NBC und Simpson eine mittlere PR-Katastrophe, die nicht nur am „Live“-Nimbus der Show nagt, sondern auch die mangelnde Professionalität der Künstlerin offenbart. Simpson beschuldigte am Ende der Sendung ihre eigene Band, die „den falschen Song“ gespielt habe. Ihre Plattenfirma Geffen behauptete, es habe ein Computerproblem gegeben. Während Fernsehzuschauer an der US-Ostküste sich noch über das Gesehene wunderten, blieb dem TV-Publikum an der Westküste die Peinlichkeit erspart. NBC schnitt die Szene kurzerhand vom Band, SNL läuft aufgrund des Zeitunterschieds im Westen der USA nämlich zeitversetzt. Doch in Zeiten des Internet hilft auch das Vertuschen nichts: Unter www.rockandrollbadboy.com können sich Interessierte jederzeit selbst ein Bild machen.



