Musik

Tumult um Tokio Hotel

Die Bilanz des ersten Auftritts der vier Magdeburger in Tel Aviv: Zwei zersplitterte Glastüren, acht verletzte Mädchen und ein verbaler Fehltritt von Sänger Bill.

“Heute ist es scheißegal, was Euch passiert ist!“ Bill Kaulitz hätte sich die Zwischenansagen für das Tokio Hotel-Konzert in Israel vielleicht besser überlegen sollen. Auch der Nachsatz, dass es ebenso „scheißegal“ sei, „was uns passiert ist“, schließlich wolle man am heutigen Tag nur „ein geiles Konzert“ feiern, machte es nicht besser.

Dennoch war es nicht die unbedarfte Herangehensweise an den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust, die am Samstagabend für tumultartige Szenen in der Messehalle von Tel Aviv sorgte. Vielmehr war es der Umstand, dass der gerade volljährig gewordene Bill und seine nicht viel älteren Mitstreiter überhaupt anwesend waren. Die laut Agenturberichten 8- bis 18-jährigen und vor allen Dingen weiblichen Fans drängelten bei Einlassbeginn so sehr, dass zwei Glastüren zersplitterten und diverse Konzertbesucher verletzt wurden. Drei Mädchen mussten ihre Schnittwunden im Krankenhaus versorgen lassen. Insgesamt sollen acht Teenager verletzt worden sein.

Fanliebe vs. Unverständnis

Während des 90-minütigen Auftritts soll es gewohnt hysterisch zugegangen sein, es kamen aber keine weiteren Personen zu Schaden. Zumindest nicht auf ersichtliche Weise. Zahlreiche Teenager wurden von ihren Eltern begleitet. Stellvertretend für sie zitierte die dpa einen 46-Jährigen Israeli. Der äußerte sich zur Leidenschaft seiner zehnjährigen Tochter nur mit den Worten: „Da blutet mir das Herz.“