Bei Metallicas einzigem Deutschlandkonzert neben den Festivalauftritten am 6. Juni in der Berliner Waldbühne galt es, 22.000 Fans ein angemessenes Hörerlebnis zu bieten, ohne die für diese Location geltenden Schallschutzauflagen zu verletzen.
Dieser beeindruckende und wohl einzigartige Spielort gilt als sehr schwierig zu beschallen, weil er nicht nur innerhalb eines Naturschutzgebietes, sondern auch nur 500 Meter von den nächsten Anwohnern entfernt gelegen ist. Dies bringt für jede Veranstaltung schärfste Schallschutzbestimmungen mit sich. Neben der reinen Größe und den annähernd 270 Grad Öffnungswinkel des Auditoriums müssen zudem noch 100 m entfernte und 20 m über den obersten Lautsprechern befindliche Publikumsplätze adäquat beschallt werden.
In einer Vorbesprechung anlässlich der proLight&Sound in Frankfurt präsentierte Marcel Fery (Vorstand der TSE AG) dem Metallica-FOH-Engineer Mick Hughes ein Beschallungskonzept, welches bei „Big Mick“ sofort Anklang fand, weil er von einem früheren Konzert in der Waldbühne die Problematik kannte. Das erarbeitete Konzept stützt sich auf langjährige Erfahrungen der TSE-Crew mit diesem Veranstaltungsort.
Im Kern sah diese Lösung eine Kombination aus einem Electro-Voice X-Line als Main-PA, dem EV XLD Line-Array im Center und den beiden Outfills sowie 16 zusätzlichen Delaysystemen, verteilt auf den Rängen der Waldbühne, vor. Für die technische Umsetzung dieses Konzepts sind 28 unterschiedliche Delayzeiten und Filterkurven erforderlich. Um die Anzahl der damit benötigten Systemcontroller und Endstufenkanäle wirtschaftlich und vor allem auch bedienbar zu halten, verwendete man neben einer Netmax N8000 auch „P3000 DSP Remote Control“-Endstufen zentral gesteuert über die IRIS-Net-Control-Software. „Der umfangreiche Einsatz von Delaysystemen bietet einerseits optimale Beschallung der Ränge“, erklärt Fery, „und ermöglicht uns gleichzeitig, dem Schallschutz der Anwohner hier Rechnung zu tragen“. Nach ausgiebigen Messungen und langer Erprobungsphase konnten tatsächlich der Streuschall außerhalb der Waldbühne minimiert und im Bedarfsfall einzelne Abschnitte im Pegel gezielt reduziert werden – ohne dass der druckvolle Sound darunter litt.
Zufrieden mit dem Ergebnis war nicht nur das Publikum – auch „Big Mick“ Hughes, seit rund 20 Jahren Tontechniker bei Metallica und damit eine echte Instanz in Sachen Sound: „Es lief alles absolut hervorragend. Ich vermisste weder den Druck im Bass noch die Durchsetzungskraft in den Mitten. Und das nicht nur hier am FoH-Platz, sondern überall in der Location.“


