In der Tschechischen Republik sorgt eine geplante Ergänzung zum Urheberrecht für Aufregung. Das Unterhaus hat einen Entwurf verabschiedet, wonach Hotels künftig keine Tantiemen für Mediennutzung mehr abführen müssen. Wenn der Senat dem Gesetzeszusatz zustimmt, werden den tschechischen Verwertungsgesellschaften rund 5,8 Prozent ihrer Einnahmen abhanden kommen, rechnet Alexandra Wunschova-Pujmanova, Vorsitzende der Urheberrechtsorganisation OSA, vor. OSA trieb im Jahr 2003 516 Mio. Kronen (16,8 Mio. Euro) an Tantiemen ein. Rund 30 Mio. Kronen (975.000 Euro) stammten dabei aus Aufführungsrechten in Hotels. Und Karel Kucera, Vorstand der tschechischen Landesgruppe der IFPI, schimpft: „Dieser Zusatz wirft uns zurück in die Reihe der Länder, in denen nur sporadischer Urheberrechtsschutz besteht.“
Miroslava Luprichova, Vorsitzende der Tourismusvereinigung, sieht den Fall natürlich völlig anders: Hotels müssten derzeit pro Zimmer rund 20 Kronen (65 Cents) täglich an Tantiemen für Radio- und Fernsehgeräte abführen. Bei einem mittelständischen Hotel mit etwa 30 Betten summiert sich das auf über 7000 Euro pro Jahr. Das sei nicht hinzunehmen.


