Musik

Triumph für Dixie Chicks

Das aufsässige Country-Trio, berühmt-berüchtigt für seine kritische Haltung gegenüber der Bush-Regierung, nahm insgesamt fünf der begehrten Trophäen mit nach Hause.

Die Dixie Chicks sind die Überraschungssieger der 49. Grammy-Verleihung. Fünf Mal nominiert, gewann das regierungskritische US-Country-Trio in sämtlichen Kategorien. Ausgezeichnet wurden sie unter anderem mit dem begehrtesten aller Grammys, dem für das beste Album des Jahres. Des Weiteren wurden die drei aufsässigen Texanerinnen unter anderem für die Single und den Song des Jahres geehrt.

In ihrer Rede vor dem Publikum des Staples Centers in L.A. gestand Sängerin Natalie Maines, sie sei zum ersten Mal in ihrem Leben sprachlos. Seit 2003 geriet das Trio für seine öffentliche Kritik am Irakkrieg immer wieder in die Schlagzeilen. Die drei Frauen wurden von großen Teilen der amerikanische Gesellschaft angefeindet, erhielten Morddrohungen und wurden von diversen Radiostationen boykottiert. Kritiker deuten ihren Triumphzug deswegen als Versöhnungsangebot der Musikindustrie.

Freudentränen bei der Favoritin

Haushohe Favoritin des Abends war ursprünglich Souldiva Mary J. Blige gewesen. Die 35-Jährige war mit acht Nominierungen ins Rennen gegangen, am Ende der glanzvollen und ungewohnt politisch angehauchten Gala hielt sie drei der Trophäen im Arm – sie dominierte die R’n’B-Sparte mit dem besten Album, der besten Performance und dem besten Song. Es waren die ersten Grammys, die Blige mit nach Hause nehmen durfte, sie nahm die Auszeichnungen mit Tränen in den Augen entgegen.

Mit ebenfalls drei Preisen wurden die Red Hot Chili Peppers bedacht. Die sechs Mal nominierte Band aus Kalifornien gewann den Grammy für das beste Rockalbum, den besten Rocksong und die beste Rockmusik einer Gruppe.

Grammy auch nach Deutschland

Weitere der insgesamt 108 verliehenen Trophäen gingen an Bob Dylan, Gnarls Barkley,Christina Aguilera, Beyoncé, Justin Timberlake und Timbaland, die Black Eyed Peas, John Legend und Madonna.

Wie fast jedes Jahr kam einer der begehrtesten US-Musikpreise auch nach Deutschland. Tonmeister Andreas Neubronner wurde für seine Leistung bei der Produktion von Gustav Mahlers 7. Symphonie durch die San Francisco Symphony ausgezeichnet. Hans Zimmer hingegen, nominiert für seinen Soundtrack zum Blockbuster „Fluch der Karibik 2“, ging leer aus.

Zu den Höhepunkten des Abends zählte der Auftritt des britischen Rocktrios The Police. Nach jahrzehntelanger Trennung standen Sting, Stewart Copeland und Andy Summers erstmals wieder gemeinsam auf der Bühne. Fans hoffen nun auf ein Comeback mit ausgedehnter Tournee und Album.