Musik

Trikont bringt akustisches Gesamtwerk von Karl Valentin

Am 9. Februar vor 55 Jahren, an einem Rosenmontag, verstarb in seinem Haus in Planegg bei München ein gewisser Karl Valentin. Trikont setzt ihm jetzt mit einer umfangreichen CD-Dokumentation ein imposantes Denkmal.

“Dieser Mensch ist ein durchaus komplizierter, blutiger Witz“, meinte Bertolt Brecht einst über Karl Valentin. „Er ist von einer ganz trockenen, innerlichen Komik, bei der man rauchen und trinken kann und unaufhörlich von einem inneren Gelächter geschüttelt wird, das nichts besonders Gutartiges hat.“ Brechts Valentin-Rezeption kann jetzt jeder nachempfinden, der sich die „Gesamtausgabe Ton“ des Münchner Labels Trikont zulegt (Bestellnummer US-300, Vertrieb: Indigo). Die acht CDs dokumentieren alles, was Karl Valentin, der sich selbst als „Volkssänger und stellenloser Filmkomiker“ bezeichnete, in den Jahren 1928 bis 1947 aufgenommen hat.

Dieses Gesamtwerk umfasst 126 Szenen, Stücke und Lieder, darunter Klassiker wie „Die Orchesterprobe“, „Im Schallplattenladen“, „Buchbinder Wanninger“ oder „Der Zithervirtuose“, aber auch einige bislang unveröffentlichte Aufnahmen sowie ausgewählte Filmtöne. Die Box enthält neben den acht CDs ein Buch mit zahlreichen Fotos und Textbeiträgen von Herbert Achternbusch, Christoph Schlingensief, Hanna Schygulla und vielen anderen Valentin-Verehrern.

Andreas Koll, der zusammen mit Trikont-Chef Achim Bergmann als Herausgeber der opulenten Kollektion firmiert, nennt Karl Valentin einen „der ersten deutschsprachigen Pop-Künstler des 20. Jahrhunderts“ – wie recht er mit dieser Einschätzung hat, belegen die klanglich entrauschten historischen Aufnahmen auf diesem CD-Oktett. Passend zum akustischen Schaffen gibt es über die Münchner Firma film 101 GmbH ein DVD-Dreierset mit den Kurzfilmen von Karl Valentin und seiner langjährigen Partnerin Liesl Karlstadt: Zwei DVDs enthalten alle Kurzfilme, zusammen umfasst das Paket fünfeinhalb Stunden Laufzeit; die dritte DVD bietet eine zweieinhalbstündige Dokumentation über Karl Valentin. Valentin selbst hätte dazu wahrscheinlich gesagt: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“