In den ersten 18 Stunden nach dem Start des viel beachteten Online-Musikdienstes von Apple kauften User bereits 275.000 Musikdateien zum Preis von je 99 Cent. US-Beobachter halten diese Zahlen für ein bemerkenswertes Ergebnis, in Anbetracht der Tatsache, dass der iTunes Music Store derzeit nur auf dem Apple-Betriebssystem OS X läuft. Bis zum Jahresende soll jedoch auch eine Version für Microsoft-Systeme verfügbar sein. Ob dann noch alle fünf Majors ihr Repertoire für den Download-Dienst frei geben werden, ist fraglich: Laut „Billboard Bulletin“ hätten zwei der Big Five intern schon angekündigt, die Lizenzen zurückzuziehen, sollte der iTunes Music Store auch auf Windows-Rechnern laufen.
Unterdessen meldet sich in der neuen Ausgabe des US-Magazins „Fortune“ die US-Branche zum Thema zu Wort. Apple-Chef Steve Jobs erzählt darin in einem Exklusiv-Interview, wie er mit seinem Online-Angebot den digitalen Musikvertrieb revolutionieren will. „Das wird in die Geschichte eingehen als der Wendepunkt für die Musikindustrie“, so Jobs. „Das ist ein Meilenstein. Ich kann das gar nicht zu hoch einschätzen.“ Ähnlich euphorisch gibt sich im „Fortune“-Artikel auch der Chef von Sony Music: „Ich glaube nicht, dass ich länger als 15 Sekunden überlegen musste, bis ich mich dazu entschloss, unser Repertoire an Apple zu lizenzieren“, erzählt Andrew Lack. Weniger gut kommt der Apple-Dienst in den Augen der Konkurrenz weg. Rob Glaser, CEO von RealNetworks, hält den iTunes Music Store für überteuert. RealNetworks hatte . Listen.coms Abo-Musikdienst Rhapsody gilt als bislang ausgereiftestes System dieser Art in den USA. „Wenn Sie sich mit Rhapsody eine wirklich coole Playlist mit 200 Titeln zusammenstellen, kostet Sie das 9,95 Dollar pro Monat“, so Glaser. „Mit Apple zahlen Sie 200 Dollar. Vielleicht können sich Leute wie Steve oder ich so etwas leisten, aber ich will lieber ein Angebot für jedermann machen.“ Glaser verschweigt dabei, dass der iTunes-Service die bei weitem größeren Nutzungsrechte einräumt. Apple-Kunden bezahlen die Datei, behalten sie dauerhaft und können sie obendrein auf beliebig viele CDs brennen und auf eine unbegrenzte Anzahl der iPod-Mobilplayer überspielen. Rhapsody hingegen „vermietet“ die Tracks monatsweise.
“ (29.04.03)
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