Am 7. Januar 2002 feierte der Dirigent seinen 90. Geburts tag; fünf Wochen später, am 14. Februar, starb er in seinem Wohnort Ulmiz in der Schweiz. Er hinterlässt ein Vermächtnis, das seine herausragende Stellung unter den Pultstars des 20. Jahrhunderts in vielen Aufnahmen verdeutlicht – ob mit dem Gürzenich-Orchester Köln, dem NDR-Symphonieorchester oder den Berliner Philharmonikern.
Seit 1989 war Wand Exklusivkünstler des Labels RCA Victor Red Seal im Hause BMG; zum 90. Geburtstag veröffentlichten die Münchner unter dem Titel „The Essential Recordings“ einen Querschnitt durch sein Lebenswerk auf zehn CDs (Bestellnummer: 90 11 42), eine Box, die Meilensteine seiner Arbeit mit dem sinfonischen Repertoire von Mozart und Beethoven über Brahms und Bruckner bis hin zu Tschaikowsky und Strawinsky dokumentiert. Thomas M. Stein, President BMG Europe, nannte Günter Wands Tod einen „unwiederbringlichen Verlust für die gesamte Musikwelt“ und meinte: „In tiefer Dankbarkeit und Ehrfurcht verabschieden wir uns von einem einzigartigen Künstler und wunderbaren Menschen.“ NDR-Intendant Prof. Jobst Plog sagte: „Sein Tod reißt eine Lücke – er wird uns fehlen.“
Wands Produktionen mit dem NDR-Sym-phonieorchester, das er von 1982 bis 1990 leitete und dessen Ehrendirigent er seit 1987 war, haben Maßstäbe gesetzt. Für Plog, „war es immer wieder faszinierend, mit welcher Emotionalität und Autorität der große Analytiker Wand die Hintergründe einer Partitur aufspürte und durchschaubar machte, ohne auf dem Podium spektakulärer Gestik zu bedürfen.“



