Seit April 2004 ist Trace TV im digitalen Kabelangebot von Kabel Deutschland zu sehen. Der Sender wurde vor einem Jahr von der Unternehmensgruppe Alliance Trace Media (ATM) ins Leben gerufen und hat seinen Hauptsitz in Paris. Bereits seit 1995 existiert das Hochglanz-Printmagazin „Trace“, das ATM in Großbritannien und den USA auf den Markt bringt. Der Musiksender ist mittlerweile in 63 Ländern empfangbar, für Deutschland soll nun ein Programm in der Landessprache aufgebaut werden. ATM hat mit der Durchführung die Kölner Agentur Bizquit Entertainment beauftragt. Hier bereitet ein derzeit dreiköpfiges Team die deutschen Programmelemente vor, die ab November auf Sendung gehen sollen. Alle drei Trace-TV-Mitarbeiter – George Boskamp, Sylvia Kleindienst und Oliver Rduch – sind musikfernseh erprobt und waren zuvor u.a. für Viva und Viva Zwei tätig.
„Spätestens ab Herbst 2005 soll Trace TV ein komplettes deutsches Programm ausstrahlen“, umreißt Chefredakteur Boskamp den Zeitplan. Inhaltlich wolle man sich den Stilen und Trends widmen, „die die Jugend der Welt miteinander verbinden“. Dazu zählt Boskamp „das gesamte Spektrum außer Rock“ – Reggae, HipHop, Black Music, World Music und elektronische Musik. Der Sender will 16- bis 40-Jährige ansprechen, Kernzielgruppe sind jedoch die 20- bis 35-Jährigen. Überhaupt sei der Anspruch anders als bei den etablierten Musikfernsehanbietern, die in der Vergangenheit vermehrt auf musikfremde Formate gesetzt hatten. „Trace bringt die Musik zurück ins Musikfernsehen“, zitiert Boskamp den Leitspruch des Unternehmens. Von der Infrastruktur her sieht er den Sender bereits jetzt optimal aufgestellt. Man könne auf das Trace-Netz mit Korrespondenten in 50 Ländern zurückgreifen.
Das Unternehmen ist unter anderem in Kanada, Frankreich, Asien, Afrika und der Karibik präsent. „Für deutsche Künstler, die auch auf Jamaika oder in Südafrika erfolgreich sind, wie etwa Joy Denalane oder Gentleman, können wir eine ideale Plattform bieten.“ Die technische Reichweite von Trace ist in Deutschland bislang auf die digitale Plattform von Kabel Deutschland (KDG) beschränkt, die bis Jahresende 300.000 Abonnenten erreichen soll. Boskamp sieht im digitalen Kabel großes Zukunftspotenzial, zumal der Netzbetreiber KDG ab September eine große Werbeoffensive starten werde. Trace TV finanziert sich über Abonnentengebühren und Werbung; Sponsoring und Sonderwerbeformen sollen eine bedeutende Rolle spielen. „Potenzielle Abschalter wie Klingeltonwerbung wollen wir vermeiden“, sagt Boskamp.



