Musik

Top-Stimmung bei Hurricane und Southside

Am vergangen Wochenende gingen die Zwillingsfestivals Hurricane und Southside bei guter Stimmung und mit einigen heftigen Wetterkapriolen zum Schluss vor insgesamt 90.000 Fans über die Bühne. Zufrieden zeigt sich Matthias Pätzold von Veranstalter FKP Scorpio im Gespräch mit live.biz.

Am vergangenen Wochenende (23.-25. Juni) gingen die von FKP Scorpio durchgeführten Zwillingsfestivals Hurricane und Southside über die Bühne. 90.000 Besucher wollten die zum Großteil mit Independent Bands besetzten Festivals sehen. Einziger Wermutstropfen: Beide Festivals wurden von Unwettern beeinträchtigt.

So machte das Hurricane seinem Namen alle Ehre und musste am Abend des 25. Juni wegen eines Gewitters abgebrochen werden. Der Auftritt der britischen Band Muse fiel dadurch aus. Auf den Campingplätzen kam es zu starken Überschwemmungen. Die Festivalleitung stellte Besuchern, die noch die Nacht in Scheeßel verbringen mussten, das Disco-Zelt als Notunterkunft zur Verfügung. Auch das Southside wurde von sehr starkem Wind heimgesucht. Laut Matthias Pätzold, bei FKP für die Pressearbeit zuständig, wurden Stände zerlegt und die Bühne ordentlich durcheinander gebracht. Die schwedische Band Mando Diao konnte mit knapp zweistündiger Verspätung dennoch auftreten: nicht zuletzt deshalb, weil sich viele Fans am Wiederaufbau beteiligten – ein Beleg für die gute Stimmung auf den Festivals. Matthias Pätzold berichtet: „Es waren die friedlichsten und enstpanntesten Festivals in der zehnjährigen Hurricane- und achtjährigen Southside-Geschichte.“ Diesen Eindruck bestätigt auch die Polizei: Laut dpa war es nach Angaben der Ordnungshüter noch ruhiger als in den vergangenen Jahren. „Wir liegen in der Zahl der medizinischen Versorgungen, Straftaten und Zeltdiebstähle unter den Werten der Vorjahre“, sagte Polizeisprecher Detlev Kaldinski. Wohl hatte auch das Verbot des so genannten „Crowd Surfing“ dazu beigetragen, die Zahl der Verletzungen relativ gering zu halten.

Obwohl die Festivals schon Wochen vor Beginn ausverkauft waren, denkt man bei FKP Scorpio nicht über eine Expansion nach. Pätzold: „Das Festivalgelände in Neuhausen ob Eck fasst nicht mehr als 40.000 Besucher, und beim Hurricane haben wir die Kapazitäten gegenüber 2005 von 60.000 auf 50.000 Besucher reduziert.“

Das hervorragende Standing beim Publikum erklärt Pätzold folgendermaßen: „Neben der guten Stimmung überzeugen wir durch eine gute Organisation – das soll kein Eigenlob sein, das können wir jedes Jahr aus den Feedbacks der Festival-Besucher ersehen.“ Und dann ist da natürlich noch ein durchdachtes Programm, das zum großen Teil aus angesagten Newcomern und Indie-Größen besteht: Ob Anti-Folk-Held Adam Green, die britischen Chartsstürmer Arctic Monkeys, die US-Emo-Popper Death Cab For Cutie, Surf-Guru Donavon Frankenreiter, die Balkan-Punks Gogol Bordello oder das Neo-Blues-Duo Two Gallants – für Abwechslung abseits des Mainstreams ist gesorgt. „Bei unseren Festivals kommt es nicht auf den einen großen Headliner an, sondern auf das gesamte Programm“, betont Pätzold.

Persönliche Highlights von Matthias Pätzold waren diesmal das Konzert von Manu Chau sowie die Show der britischen TripHop-Band Archive im Festivalzelt beim Hurricane: „Man hat gemerkt, dass nicht viele Besucher die Band kannten, und dann trotzdem total begeistert waren: Das war sehr schön zu erleben.“

Einen unvorhergesehenen negativen Zwischenfall gab es im Rahmen des Hurricane-Festivals: Ein Mitglied der New Yorker Band The Strokes zertrümmerte die Fernsehkamera eines Musiksenders während der Live-Übertragung mit dem Mikrofonständer. Der Schaden beläuft sich nach Polizeiangaben auf mehr als 100.000 Euro.

Ein Stimmungsgarant auf beiden Festivals war König Fußball: So wurde das Achtelfinalspiel Deutschland – Schweden jeweils auf Großbild-Leinwänden übertragen. „Da wesentlich mehr Leute das Spiel sehen wollten, als wir dachten, haben wir es zusätzlich von der Bühne aus übertragen. Etwa 30.000 Leute haben da zugeschaut“, erzählt Pätzold. Die Band Nada Surf verzichtete dafür sogar auf ihren Auftritt.

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