“Ich habe bei vielen Leuten den Eindruck, dass sie nur auf schnellen Erfolg aus sind“, sagt Tone. „Eine echte künstlerische Entwicklung findet da fast zwangsläufig nicht statt.“ Bereits Anfang bis Mitte der 90er-Jahre überzeugte er als Mitglied der Frankfurter HipHop-Formation Konkret Finn mit einzigartigen Battleraps, die eine ganze Generation vom MCs beeinflussten. Und für Tone war es nach der Trennung von Konkret Finn 1997 erst einmal gar nicht so einfach, plötzlich alleine auf einer Bühne zu stehen. „Der Einstieg in meine Solokarriere ist mir nach und nach mit diversen Gastauftritten gelungen. Ich habe mir bewusst sehr viel Zeit gelassen und erst einmal die Reaktionen der Fans abgewartet.“ Die waren so gut wie alle sehr positiv, und so fing Tone schließlich nach zwei, drei Jahren an, die ersten Ideen für sein Soloalbum zu sammeln.
„Rein geschäftlich betrachtet hätte es natürlich einen besseren Zeitpunkt geben können, diese Platte herauszubringen“, erklärt der Rapper. „Künstlerisch gesehen sollten solche Überlegungen allerdings keine Rolle spielen.“ Für den 8. August steht nun aber endlich die Veröffentlichung von „Zukunftsmusik“ an. Durch seine vielen Gastrollen war Tone lange Zeit mehr oder weniger komplett ausgelastet. „Im Hinterkopf war mir zwar schon immer klar, dass ich ein Soloalbum einspielen werde. Ich hatte auch recht schnell einige Angebote vorliegen.“ Xavier Naidoo etwa lernte er 2002 kennen und tourte mit ihm sowie mit Bintia und Billy Davis unter dem Namen Fourtress 2004 durch Deutschland. Daher ist es kein Wunder, dass „Zukunftsmusik“ auf dem Label Beats Around The Bush erscheint, an dem Xavier Naidoo maßgeblich beteiligt ist.
Tone hat es sich auf seinem Debütalbum nicht leicht gemacht. Zum Beispiel verzichtet er absichtlich darauf, bekannte HipHop-Stereotypen einfach nur wiederzukauen. Die 15 Tracks, darunter die mit einem Sample von Kraftwerk veredelte Single „Reimroboter“ oder das ruhig treibende, von Xavier Naidoo unterstützte „Schick mir nen Engel“, zeigen, dass deutschsprachiger HipHop 2005 nicht zwangsläufig auf die Sprache der Gosse zurückgreifen muss. Tone ist erwachsen geworden und hat inzwischen viel mehr zu bieten als engstirnigen Battlerap. „Mir ist klar geworden, dass man auch etwas erlebt haben muss, wenn man sich als MC weiterentwickeln will. Sonst streift man die Themen nur oberflächlich.“



